Untersuchung zeigt: So viel weniger Milch geben Kühe während Hitzewellen
Eine Analyse von Leistungs- und Stalldaten zeigt, wie sich Hitzewellen auf Milchkühe auswirken.
- Ergebnisse der Analyse
- Futteraufnahme während Hitzewellen
- Stalllüftung
Lang anhaltende Hitzewellen mindern die Milchleistung von Kühen. Eine Auswertung der Qnetics GmbH, eines Dienstleistungsunternehmens für die Rinderzucht und Milchviehhaltung, zeigt, wie stark die jüngsten Hitzewellen die Leistung und den Stoffwechsel der Tiere beeinflusst haben. Dafür wertete das Unternehmen Leistungs- und Stalldaten aus Beratungsbetrieben während einer knapp zweiwöchigen Hitzeperiode aus.
Durchschnittlich 4 Kilogramm weniger Milch pro Tag
Milchkühe reagieren besonders empfindlich auf Hitzestress, da hohe Temperaturen die Futteraufnahme, die Verdauung und den Energiehaushalt der Tiere beeinflussen. Laut der Untersuchung von Qnetics sank die Milchleistung in den ausgewerteten Betrieben durchschnittlich um 4 Kilogramm Milch je Kuh und Tag. Gleichzeitig verringerte sich der Milcheiweißgehalt im Durchschnitt um 0,21 Prozent.. Überdies zeigte sich, dass der Milchharnstoff deutlich anstieg. Dieser erhöhte sich im Mittel um 70 Milligramm je Liter, in einzelnen Betrieben sogar auf Werte von über 350 Milligramm je Liter.
Weniger Futteraufnahme während Hitzewellen
Eine wichtige Ursache für die Leistungseinbußen ist die geringere Futteraufnahme der Tiere. Dort, wo diese erfasst wurde, ging sie laut Qnetics im Durchschnitt um rund 20 Prozent zurück. In einzelnen Fällen wurde sogar eine Verringerung von nahezu 50 Prozent beobachtet. Weniger Futter bedeutet für die Kuh weniger Energie, was sich direkt auf die Milchproduktion auswirkt. Der starke Anstieg der Milchharnstoffwerte ist laut Qnetics vor allem auf diesen Energiemangel zurückzuführen.
Stalllüftung entscheidet über das Ausmaß der Hitzefolgen
Die Auswertung von Qnetics zeigt außerdem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Hitzebelastung, Stalllüftung und Standortbedingungen. Je besser die Luftführung im Stall, desto geringer fielen die Leistungseinbußen aus. Besonders betroffen waren Betriebe ohne ausreichende Ventilation. Dort wurden laut Qnetics Rückgänge der Milchleistung von bis zu 10 Kilogramm je Kuh und Tag festgestellt.
Auch die Lage des Betriebs spielte eine Rolle. Windgeschützte Senken oder innerörtliche Standorte erwiesen sich selbst bei vorhandener Lüftung als nachteilig. Dagegen blieben die Verluste an gut durchlüfteten, exponierten Standorten teilweise unter 2 Kilogramm Milch je Kuh und Tag.
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Foto: Standl (Symbolbild)