NeuestePflanzenbau

Brandenburg: Schäden durch Rapserdfloh

Angesichts hoher Schäden durch den Rapserdfloh fordert der Landesbauernverband Brandenburg weitere Wirkstoffe.
  • Was der Rapserdfloh angreift
  • Raps-Erträge unter Kostendeckung
  • Wirkstoffe gegen den Rapserdfloh

Der Landesbauernverband Brandenburg weist auf erhebliche Schäden durch den Rapserdfloh hin. Die Schädlinge zählen zu den Blattkäfern. Sie setzen den jungen Pflanzen zu und fressen Löcher in die Keimblätter. Blattfläche und Photosynthese werden deutlich reduziert.

Raps-Erträge unter Kostendeckung

Der Befall mit dem Rapserdfloh führt zu lückigen Beständen bei Raps und anderen Kreuzblütlern, höheren Ausfallrisiken und erheblichen Ertragsverlusten. Ab dem Frühjahr setzen zudem weitere Schadinsekten wie der Kohltriebrüssler oder die Kohlschotenmücke den Pflanzen zu. Brandenburgs Landwirte ernteten laut Bauernverband in diesem Jahr im Schnitt nur noch 2,1 Tonnen Raps pro Hektar. Drei Tonnen sind notwendig, um die Kosten zu decken. 

Was hilft gegen den Rapserdfloh?

Gegen den Rapserdfloh dürfen Landwirte in Brandenburg weiterhin zugelassene Pyrethroide einsetzen, deren Wirkung jedoch durch zunehmende Resistenzen eingeschränkt sein kann. Eine wichtige Alternative ist Cyantraniliprole: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Mittel Exirel und Minecto Gold vom 14. August bis 11. Dezember 2026 per 120-Tage-Notfallzulassung gegen adulte Käfer und Larven freigegeben. In Brandenburg ist damit allerdings nur eine Behandlung zulässig. In anderen – ausgewählten – Bundesländern mit besonders verbreiteten KDR‑ und Super-KDR‑Resistenzen ist eine zweite Behandlung möglich. Bei diesen Resistenzenverändern genetische Mutationen die Angriffsstelle von Pyrethroiden im Nervensystem des Rapserdflohs. Die Insektizide wirken dadurch schwächer oder können weitgehend wirkungslos werden. Acetamiprid steht mit Carnadine gegen Rapserdfloh-Larven zur Verfügung, wirkt aber kaum gegen die erwachsenen Käfer. Anwendungen sind grundsätzlich an Zulassung, Schadschwellen und weitere Anwendungsbestimmungen gebunden. Angesichts der Einschränkungen fordert der Landesbauernverband weitere wirksame Stoffe.

Weitere Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf gvf.de.

Foto: Standl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner