Investitionen: Geflügelhalter brauchen verlässliche Rahmenbedingungen
Auf einer Fachveranstaltung haben Verbände Geflügelhalter zu Investitionen ermutigt, gleichzeitig aber bessere Rahmenbedingungen gefordert.
- Fachveranstaltung „Marktchancen der Land- und Ernährungswirtschaft: Perspektiven des Hähnchenmarktes“
- Behörden und Kommunen sind gefordert
- Investitionen in erfolgreichen Sektor
Auf einer Fachveranstaltung in Osnabrück haben Vertreter aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Beratung und Verbänden die „Marktchancen der Land- und Ernährungswirtschaft: Perspektiven des Hähnchenmarktes“ erörtert. Geladen hatten der niedersächsische Bauernverband Landvolk, der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), die Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) sowie die Marketinggesellschaft Niedersachsen (MGN).
Behörden und Kommunen sind gefordert
Ein zentrales Thema war die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für Investitionen für Geflügelbetriebe. Dabei wurden vor allem die Kommunen als wichtige Partner einer gemeinsam getragenen erfolgreichen Standortentwicklung hervorgehoben. „Nur im konstruktiven Zusammenwirken von Unternehmen, landwirtschaftlichen Familienbetrieben, Genehmigungsbehörden und Kommunen können neue Investitionen mit Akzeptanz vor Ort umgesetzt, Arbeitsplätze gesichert und Versorgungssicherheit gestärkt werden“, sagte der MGN-Vorsitzende Hubertus Berges. Nach Ansicht von ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick wächst die Geflügelzucht, weil sie die Erwartungen der Verbraucher trifft. Er sieht in dem Sektor einen stabilen Zukunftsmarkt. Wenn Landwirtinnen und Landwirte investieren wollten, empfehle er, die Investitionen konsequent am Markt und ihren zukünftigen Vermarktungspartner auszurichten. Gemeinsam bestimme sich der Erfolg. Dazu brauche es aber auch für den Bundesverband verlässliche Rahmen statt immer neuer Regulierung, damit Investitionen und Produktion wettbewerbsfähig in Deutschland erhalten bleiben.
Investitionen in erfolgreichen Sektor
Auf großes Interesse stießen auch die Dialogforen mit Vertretern nahezu aller bedeutenden deutschen Geflügelunternehmen. Diskutiert wurden Marktchancen, Vertragsmodelle und Investitionsanforderungen für die Landwirte. Um eine gemeinsame sichere Zukunft zu gewährleisten, forderte Landvolkpräsident Holger Hennes eine langfristige Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit durch Regulierungsabbau im Bau- und Umweltrecht von der EU bis zur lokalen Ebene. Geflügelhalter brauchen aus seiner Sicht mehr Flexibilität bei Haltungsoptionen und täglicher Praxis, um die entscheidende Effizienz zu erreichen. „Nur so kommen Tierwohl sowie Wirtschaftlichkeit in guten Einklang – und deutsche Tierhalter bestätigen ihren Titel als klimaschutzeffizienteste Produzenten der Welt“, so Hennes.
Die Veranstalter zogen insgesamt ein positives Fazit: Die Marktchancen der Geflügelwirtschaft, aber auch der Bedarf an wirtschaftsorientierten Rahmenbedingungen, praktikablen Genehmigungsverfahren und einer engen Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Unternehmen und Kommunen wurden deutlich. Die Veranstaltung stärkt den Dialog entlang der Wertschöpfungskette und setzt ein wichtiges Signal für die Zukunft der Geflügelwirtschaft.
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