Lange Trockenphase: Bäumen fehlen Pilze als wichtige Partner
Bäume brauchen Pilze – und umgekehrt. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit gerät die wichtige Symbiose aber ins Schwanken.
- Bäume bilden mit Pilzen eine Symbiose
- Höhere Chancen in Mischwäldern
- Weitverzweigtes System
Die langen Trockenphasen dieses Sommers setzen den Wäldern erneut zu. Wochen ohne ausreichenden Regen, hohe Temperaturen und ausgetrocknete Böden belasten die Bäume. Sichtbar wird der Stress durch welke Blätter, lichte Kronen und absterbende Bäume. Doch die Folgen der Trockenheit spielen sich nicht nur über der Erde ab. Auch im Boden verändert sich das Ökosystem: die Verbindung zwischen Bäumen und Pilzen. Bäume brauchen diese unter anderem für die Versorgung mit Nährstoffen. Aufgrund der Trockenheit bleiben Pilze allerdings vielerorts aus.
Bäume bilden mit Pilzen eine Symbiose
Viele heimische Baumarten leben in einer sogenannten Mykorrhiza-Symbiose mit Pilzen. Dabei umhüllen Pilzfäden die Feinwurzeln der Bäume und vergrößern deren Reichweite im Boden. Die Pilze erschließen Bereiche, die Baumwurzeln alleine kaum erreichen könnten, und unterstützen die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Im Gegenzug erhalten die Pilze vom Baum Zucker aus der Fotosynthese.
Höhere Chancen in Mischwäldern
Wie stark Trockenheit diese Lebensgemeinschaft beeinflusst, untersuchten Wissenschaftler im Kooperationsprojekt „KROOF“ (Kranzberg Forest Roof Experiment). Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „LWF aktuell“ von Forschern der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) sowie der Technischen Universität München veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten die Vielfalt wurzelassoziierter Pilze in Rein- und Mischbeständen von Kiefer und Buche an drei Standorten mit unterschiedlicher Wasserversorgung. Dabei analysierten sie insbesondere sogenannte Ektomykorrhizapilze – also jene Pilze, die eine direkte Verbindung mit den Baumwurzeln eingehen. An trockeneren Standorten war die Zahl der nachgewiesenen wurzelassoziierten Pilze geringer. Besonders bei den Ektomykorrhizapilzen zeigte sich eine geringere Vielfalt. Die Wissenschaftler fanden außerdem Hinweise darauf, dass eine größere Vielfalt dieser Pilzgemeinschaften mit einem höheren Baumwachstum zusammenhängen kann.
Entscheidend ist, dass Pilze in Mischwäldern aus Kiefer und Buche bessere Wachstumsbedingungen haben als in Wäldern mit Reinbestand. Die Wissenschaftler vermuten, dass die unterschiedlichen Baumarten verschiedene Lebensräume für Pilze schaffen und dadurch die Vielfalt erhöhen können.
Nicht die sichtbaren Pilze sind entscheidend
Für die Bäume bedeutet das Ausbleiben von Pilzen zusätzlichen Stress. Wenn weniger funktionierende Pilzpartner vorhanden sind, kann die Unterstützung bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen eingeschränkt sein. Ein Baum stirbt zwar nicht ab, nur weil im Herbst keine Pilze aus dem Boden sprießen, entscheidend ist die unsichtbare Pilzgemeinschaft an den Wurzeln. Wird dieses Netzwerk durch wiederholte Trockenperioden geschwächt, kann die Fähigkeit der Bäume sinken, weitere Hitze- und Trockenphasen zu überstehen.
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Foto: ÖBf-Archiv/Franz Pritz (Symbolbild)