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Wie ein Rauchmelder: Sensor erkennt Viren im Schweinestall

Wissenschaftler haben einen Sensor entwickelt, der die Entwicklung von Viren im Stall meldet. Proben von den Tieren sollen damit überflüssig werden.
  • Sensor erkennt Viren im Stall
  • Nachweis ohne Probenentnahme
  • Frühwarnsystem für den ganzen Bestand

US-amerikanische Wissenschaftler haben ein Sensorsystem entwickelt, das Viren in Schweineställen automatisch über die Stallluft erkennen kann, ähnlich einem Rauchmelder. Das Gerät überwacht kontinuierlich die Luft und weist Krankheitserreger frühzeitig nach. Damit könnten Schweinehalter künftig schneller auf Infektionen in ihren Beständen reagieren. Das Forschungsprojekt wurde vom amerikanischen Swine Health Information Center (SHIC) finanziert. 

Nachweis von Viren ohne Probenentnahme

Anders als bei herkömmlichen Untersuchungen müssen für das neue Verfahren keine Proben direkt von den Tieren genommen werden. Stattdessen sammelt der Sensor automatisch Partikel aus der Stallluft und untersucht sie auf virales Erbgut. Dafür nutzen die Wissenschaftler ein molekularbiologisches Verfahren namens LAMP. Das steht für „Loop-mediated Isothermal Amplification“ („schleifenvermittelte isotherme Amplifikation“). Das ist ein molekularbiologisches Verfahren, mit dem sich kleinste Mengen genetischen Materials von Krankheitserregern nachweisen lassen. Es ermöglicht einen empfindlichen Erregernachweis. Bei Versuchen unter Praxisbedingungen konnten mehrere Prototypen das PRRS-Virus zuverlässig nachweisen. Die Empfindlichkeit war nach Angaben der Wissenschaftler mit der Untersuchung von Speichelproben aus dem Schweinebestand vergleichbar. Die Tests lieferten zudem Erkenntnisse darüber, wie die Geräte für einen ganzjährigen Einsatz unter Stallbedingungen verbessert werden müssen.

Frühwarnsystem für den gesamten Schweinebestand

Langfristig könnten mehrere miteinander vernetzte Sensoren die Stallluft an unterschiedlichen Stellen überwachen. Schweinehalter würden dadurch fortlaufend Informationen über mögliche Infektionen erhalten und könnten bei einem positiven Erregernachweis frühzeitig weitere Untersuchungen und Schutzmaßnahmen einleiten. Die Technik soll künftig auch mehrere Viren gleichzeitig erkennen können. Bis zum praktischen Einsatz sind laut den Forschern allerdings weitere Entwicklungsschritte notwendig. Unter anderem soll das System künftig zwischen PRRS-Impfstämmen und natürlich vorkommenden Virusvarianten unterscheiden können.

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Foto: Brigitte – stock.adobe.com

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