Strom, Wasser, Futter: Verband fordert Krisenmanagement entlang der gesamten Lebensmittelkette
Der Bundesverband Rind und Schwein fordert Konzepte zur sicheren Versorgung mit etwa Strom in Krisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
- Reibungslose Versorgung auch in Krisen
- Strom, Wasser und Futter
- Abgestimmte Strukturen
Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) fordert Konzepte, die die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln auch in Krisenzeiten garantieren – entlang der gesamten Lieferkette. Komplexe Versorgungsketten müssen laut dem Verband reibungslos funktionieren: vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Futtermittelversorgung und Tierbetreuung bis hin zur Verarbeitung, Kühlung und zum Transport. Krisen, länger andauernde Stromausfälle oder andere Störungen wichtiger Infrastrukturen können diese Abläufe empfindlich beeinflussen.
Versorgung mit Strom, Wasser und Futter muss auch in einer Krise gesichert sein
Gerade die Tierhaltung sei von einer funktionierenden Versorgung abhängig, so der BRS. Die Tiere müssen kontinuierlich mit Wasser und Futter versorgt werden. Die Lüftung und Klimatisierung der Ställe sowie die Fütterungs-, Melk- und weitere Versorgungstechnik müssen funktionieren. Auch die Kühlung und Lagerung tierischer Erzeugnisse ist vielfach auf Strom angewiesen. Eine funktionierende Infrastruktur und Energieversorgung ist somit nicht nur für die Produktion, sondern auch für das Tierwohl und die Tiergesundheit entscheidend. Ein länger andauernder Stromausfall kann innerhalb kurzer Zeit zentrale Abläufe in einem Tierhaltungsbetrieb beeinträchtigen. „Resiliente Landwirtschaft ist eine Voraussetzung dafür, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln auch in Krisenzeiten möglichst zuverlässig aufrechterhalten werden kann”, so Stephan Schneider, stellvertretender BRS-Vorsitzender. Vorsorge auf den landwirtschaftlichen Betrieben sei deshalb nicht nur eine betriebliche Frage, sondern betreffe uns als Gesellschaft insgesamt. Er fordert eine umfassende Krisenvorsorge für die gesamte Wertschöpfungskette der Nutztierhaltung: von der Energie- und Futtermittelversorgung über die Verarbeitung und Logistik bis hin zur tierärztlichen Versorgung und weiteren kritischen Dienstleistungen.
Abgestimmte Strukturen entlang der gesamten Lieferkette
Um das umzusetzen, sind aus Sicht des Verbandes abgestimmte Strukturen notwendig. Dazu gehören laut BRS branchenspezifische Krisenchecklisten und Muster-Notfallpläne, klare Zuständigkeiten, belastbare Kommunikationswege sowie die frühzeitige Identifikation kritischer Schnittstellen und regulatorischer Hemmnisse. Wo bestehende Vorgaben im Krisenfall die Versorgung der Tiere oder wichtige Abläufe gefährden könnten, müssten schnell und rechtssicher befristete und behördlich kontrollierte Lösungen aktiviert werden können. Das könne beispielsweise Transport-, Melde- oder Dokumentationsvorgaben betreffen. „Eine Krise ist nicht der Zeitpunkt, um Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Notfallmaßnahmen erstmals zu klären”, so Schneider. Entscheidend sei, vorher zu wissen, welche Prozesse unverzichtbar sind, wo kritische Abhängigkeiten bestehen und wie die Versorgung aufrechterhalten werden kann.
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Foto: Standl