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Mais aus der Ukraine: Extreme Preissteigerungen bei Futtermittel durch Kriege

Die Ukraine ist selbst durch den schon jahrelang anhaltenden Krieg schwer gezeichnet. Der Irankrieg macht es der Landwirtschaft des Landes zusätzlich schwerer.
  • Ukraine wichtiger Futtermittellieferant
  • Auswirkungen des Irankrieges
  • Mehrkosten für europäische Futtermittelindustrie

Die Ukraine ist für die EU ein wichtiger Futtermittellieferant, vor allem Mais wird importiert. Trotz des Krieges läuft die Einfuhr aus der Ukraine weiter. Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 machten sich fünf Millionen Tonnen auf den Weg in Richtung Europa. Der Importpreis für Futtermais ist allerdings seit 2023 gestiegen. Nachdem große Mengen günstigen Getreides infolge der Marktöffnung zunächst zu einem deutlichen Preisrückgang führten, kam es durch neue Importbeschränkungen und steigende Produktionskosten zu einem Anstieg auf etwa 250 Euro pro Tonne, wie Daten der Europäischen Kommission und von Eurostat zeigen. 

Irankrieg lässt Preise weiter steigen

Seit Beginn der neuen Eskalation im Nahen Osten sind die Preise für Futtermittel noch einmal spürbar gestiegen. Besonders betroffen sind Mais und Gerste aus der Ukraine. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von Aufschlägen von mehreren Dollar pro Tonne im internationalen Handel. Gleichzeitig treiben Energie- und Transportkosten die Preisentwicklung weiter nach oben. Die Folge: Futtermittel verteuern sich und mit ihnen langfristig auch Lebensmittel in Europa.

Explodierende Dieselpreise bremsen die Landwirtschaft in der Ukraine

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der massive Anstieg der Dieselpreise in der Ukraine. Laut Reuters berichten Landwirte, dass Diesel innerhalb kurzer Zeit von etwa 54 Hrywnja (rund 1,35 Euro) auf 92 Hrywnja (rund 2,30 Euro) pro Liter gestiegen ist – ein Plus von rund 70 Prozent. Teilweise hätten sich die Preise „nahezu verdoppelt“. Parallel dazu sind auch Düngemittel deutlich teurer geworden. Ein Grund ist der schlechtere Status des Landes am Weltmarkt. Preissteigerungen, etwa durch die Blockade der Straße von Hormus, bekommt die Ukraine stärker zu spüren, als EU-Staaten. 

Zusätzlich verteuern sich Transporte innerhalb und außerhalb der Ukraine. Spediteure verlangen laut Branchenberichten zunehmend Risikozuschläge oder „Gefahrenzulagen“, da Transporte durch ein Kriegsgebiet führen, Versicherungen teurer geworden sind und die Infrastruktur beschädigt ist. Diese Zusatzkosten wirken sich ebenfalls direkt auf die Exportpreise aus. Viele ukrainische Landwirte verkleinerten ihre Anbauflächen.

Futtermittel werden teurer

Konkrete Zahlen zeigen die Dimension: Laut Reuters könnten steigende Importpreise und Handelsverschiebungen Mehrkosten von rund zwei Milliarden Euro für die europäische Futtermittelindustrie verursachen. Ersatzimporte aus Ländern wie den USA oder Brasilien sind zwar möglich, aber meist teurer und logistisch aufwendiger.

Foto: glebzter – stock.adobe.com (Symbolbild)

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