Bauernverband fordert: Landwirte mehr in Energiewende einbeziehen
Immer mehr Landwirte erzeugen entweder selbst Strom oder verpachten Flächen für Solaranlagen und Windräder. Der Deutsche Bauernverband sieht die Bemühungen von der Bundesregierung blockiert.
- Forderungen des Bauernverbandes
- Was bedeutet Energie-Resilienz für Landwirte
- Förderprogramm gestoppt
Ob Biogas, Photovoltaik oder Windkraft: Land- und forstwirtschaftliche Betriebe können mit Fläche und Rohstoffen vieles zur Energiewende beitragen. Gleichzeitig wird dadurch die Wertschöpfung in ländlichen Räumen gestärkt. Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten fordert der Deutsche Bauernverband (DBV), Landwirte mehr in die Energieversorgung einzubeziehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach mehr sogenannter „Energie-Resilienz“ – also der Fähigkeit, die Energieversorgung auch in Krisenzeiten zuverlässig sicherzustellen. Konkret geht es um verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Erneuerbare Energien und zuverlässigere Förderbedingungen.
Worum es bei „Energie-Resilienz“ für Landwirte geht
Hinter dem Begriff „Energie-Resilienz“ steht die Idee, Energieversorgung breiter und dezentraler aufzustellen. Für die Landwirtschaft bedeutet das, dass Betriebe nicht nur Energie verbrauchen, sondern zunehmend auch selbst produzieren. Ziel dieser Entwicklung ist es, die Abhängigkeit von zentralen Energieversorgern zu reduzieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Für viele Betriebe kann die Energieproduktion zudem zu einer wichtigen zusätzlichen Einnahmequelle werden. Voraussetzung dafür sind jedoch planbare politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit Investitionen langfristig abgesichert sind und die Landwirtschaft ihre Rolle als Energieerzeuger weiter ausbauen kann.
Förderprogramm für Energieeffizienz gestoppt
Überdies kritisiert der DBV den vorzeitigen Förderstopp im Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz und CO₂-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau (Bundesprogramm Energieeffizienz) zum 31. Mai 2026. „Ein Förderstopp beim Bundesprogramm Energieeffizienz bereits nach fünf Monaten ist ein fatales Signal. Die hohe Nachfrage zeigt: Unsere Betriebe sind bereit, in Klimaschutz, CO₂-Einsparung und Energieeffizienz zu investieren“, sagte Steffen Pingen, stellvertretender DBV-Generalsekretär. Energieeffizienz sei aktiver Klimaschutz und stärke zugleich die Versorgungssicherheit, so Pingen. Er hält es für widersprüchlich, ambitionierte Ziele im Klimaschutzplan 2030 zu formulieren und die Wirtschaft bei der Umsetzung im Stich zu lassen. „Die Landwirtschaft braucht Planungssicherheit. Dazu gehört vor allem, dass die Fördermittel kurzfristig aufgestockt und verlässlich bereitgestellt werden.“
Nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) sind die für 2026 vorgesehenen Fördermittel vollständig ausgeschöpft. Neue Anträge können nur noch bis Ende Mai 2026 gestellt werden. Eine Wiedereinführung des Programms sei frühestens Ende 2026 vorgesehen.
Die gfv VersicherungsMakler AG bietet für landwirtschaftliche Betriebe eine Versicherung an, die Schäden an Biogasanlagen und anderen Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien abdeckt. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der gvf.
Foto: Standl (Symbolbild)