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Eichenprozessionsspinner: Deshalb breitet er sich stärker aus

Das Land Brandenburg hat aufgrund der stärkeren Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners konkrete Maßnahmen getroffen. Das Ministerium gibt Tipps zum Verhalten an Hotspots.
  • Eichenprozessionsspinner breitet sich in Brandenburg aus
  • Maßnahmen zur Bekämpfung
  • Optimales Klima für Schädling
  • Verhaltensregeln

Der Eichenprozessionsspinner verbreitete sich in der ersten Jahreshälfte besonders stark, auch in Brandenburg. Betroffen sind laut Landwirtschafts- und Umweltministerium nicht mehr einzelne Landkreise. Der Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner ist landesweit präsent. Damit ist auch die Gesundheitsgefährdung gestiegen. Aus diesem Grund hat das Ministerium in der vergangenen Woche eine Sondersitzung „Eichenprozessionsspinner“ einberufen, um mit Landkreisen und Kommunen, Waldbesitzern und Behörden die aktuelle Situation sowie notwendige Maßnahmen zu besprechen.

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners punktuell

Da der Biozideinsatz aufgrund der Entwicklung der Raupen nur im April und Mai wirksam ist, sollen aktuell vorhandene Befallsnester an belebten Hotspots wie Kitas, Pflegeheimen, Plätzen und Wegen abgesaugt werden. Gleichzeitig werden bereits die Bekämpfungsmaßnahmen für das Frühjahr 2027 vorbereitet. Klar sei, so die Verantwortlichen: Nicht jede einzelne Eiche im Land kann behandelt werden. Aufgrund knapper Ressourcen muss die Bekämpfung konzentriert, insbesondere an Befallsschwerpunkten, erfolgen. Gemeinsam will man die Datenerhebung verbessern.

Optimales Klima für Schädling

Durch den Klimawandel bedingt trockene und warme Frühjahre sowie Spätsommer sind für den Eichenprozessionsspinner optimal. Die Folge ist eine schwer kontrollierbare Vermehrung der Schädlinge. Problematisch an den Raupen sind ihre mikroskopisch kleinen Brennhaare. Sie enthalten ein Nesselgift und können bei Kontakt Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen. Auch Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich, wenn Menschen oder Tiere mit den Brennhaaren in Berührung kommen. Mit der Verpuppung im Juli beruhigt sich die Gefahr durch die giftigen Brennhaare der Raupen vorerst nur wenig. Die Gifthaare verbleiben an den alten Raupenhäuten in den verlassenen Gespinstnestern und können durch den Wind verteilt werden. Zudem bleiben sie lange in der Umgebung erhalten und können so noch über mehrere Jahre hinweg allergische Reaktionen auslösen.

Das sollte beachtet werden

Zuständig für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind die Eigentümer der befallenen Flächen. Wer Raupen und Nester im öffentlichen Bereich findet, kann die Ordnungsämter oder Grünflächenämter der Städte und Gemeinden verständigen. Die Entscheidung zu notwendigen Maßnahmen trifft für öffentliche Grünanlagen die örtlich zuständige Kommunalverwaltung und für den Wald der Landesforstbetrieb.

  • Möglichst viel Abstand halten und weder Raupen noch Nester berühren. Das gilt auch für alte Gespinste.
  • Nester keinesfalls selbst entfernen! Zuständig sind Fachfirmen oder die jeweiligen Kommunen.
  • Befallene Bereiche möglichst meiden, Kinder und Hunde fernhalten, gerade für Hunde können die alten, auf den Boden gefallenen Nester gefährlich sein.
  • Lässt sich ein Aufenthalt in der Nähe befallener Bäume nicht vermeiden, kann lange Kleidung und Kopfbedeckung helfen, Hautkontakt zu reduzieren.
  • Nach möglichem Kontakt: duschen, Haare waschen und getragene Kleidung reinigen.
  • Wer schwere oder anhaltende Reaktions-Symptome hat, sollte eine Arztpraxis aufsuchen.
  • Auf Hinweisschilder achten

Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf der Website gvf.de.

Foto: Rico Löb – stock.adobe.com (Symbolbild)

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