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Hitzewelle: Diese Auswirkungen haben die hohen Temperaturen auf die Getreideernte

Die Hitzewelle im Juni fiel genau in eine entscheidende Entwicklungsphase des Getreides. Welche Auswirkungen haben die hohen Temperaturen auf die Qualität, den Ertrag und die Preise?
  • Hitzewelle im Juni
  • Qualität und Ertrag des Getreides
  • Auswirkungen auf die Getreidepreise

Der Juni 2026 war europaweit von einer extremen Hitzewelle geprägt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lagen die Temperaturen in Deutschland im Monatsmittel vielerorts etwa drei bis fünf Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Lang anhaltende Temperaturen über 30 Grad sowie eine stabile Hochdrucklage in der zweiten Monatshälfte führten zu anhaltender Trockenheit. Regional wurden am Ende der Phase sogar Spitzenwerte von über 40 Grad erreicht. Die Witterung fiel damit genau in eine entscheidende Entwicklungsphase des Getreides.

Qualität und Ertrag durch Hitzewelle

Winterweizen, Gerste und Roggen befanden sich vielerorts in der Kornfüllung oder Abreife. Durch die Hitze beschleunigte sich die Entwicklung der Pflanzen, gleichzeitig verkürzte sich die Phase der Stärkeeinlagerung in die Körner. Das führt in der Regel zu kleineren Körnern und somit zu geringeren Erträgen. Bauernverbände sehen die Lage kritisch. Brandenburgs Bauernpräsident Henrik Wendorff warnt vor möglichen Hitzeschäden im Getreide durch die frühe und anhaltend hohe Temperaturphase. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa), das unter anderem die „Zeit“ veröffentlichte, sagte er: Wenn die Temperaturen zu früh zu hoch sind, komme es zum vorzeitigen Abreifen des Getreides, der sogenannten Notreife. Das mindere die Qualität. Besonders kritisch sei eine längere Hitzeperiode: “Wenn es länger als eine Woche sehr heiß ist, gibt es Hitzeschäden am noch nicht reifen Getreide.” 

Auswirkungen auf die Getreidepreise

Die Weizenpreise an der Euronext (MATIF, Paris) bewegten sich während der Hitzewelle im Juni 2026 im Bereich von rund 205 bis 210 Euro je Tonne. Damit lag das Preisniveau im Vergleich zu den vergangenen Jahren eher im mittleren bis unteren Bereich. Nach Daten der Europäischen Kommission (DG AGRI, Marktbeobachtung Getreide) waren die Preise in den Jahren 2022 und 2023 zeitweise deutlich höher und erreichten in Krisenphasen über 300 Euro je Tonne, getrieben durch Energiekrise und Ukrainekrieg. Auch 2024 lagen die durchschnittlichen Sommerpreise meist zwischen etwa 220 und 250 Euro je Tonne und damit spürbar über dem Niveau von 2026. Die Hitzewelle selbst führt demzufolge bislang weniger zu einem historischen Preissprung, sondern vor allem zu kurzfristigen Ausschlägen von wenigen Euro je Tonne, ausgelöst durch neue Wetterprognosen und Ernteerwartungen. 

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Foto: Subbotina Anna – stock.adobe.com (Symbolbild)

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