Globale Krisen: Direkte Finanzhilfe für Düngemittel besser als Hektarprämie
Die globalen Krisen verursachen Preissteigerungen bei Düngemitteln. Der Industrieverband Agrar fordert deshalb zweckgebundene Finanzhilfen für Landwirte.
- Dünger könnte durch globale Krisen noch teurer werden
- Direkte Finanzhilfen für Düngemittel
- Vielen Betrieben fehlt Liquidität
Landwirte sind darauf angewiesen, frühzeitig Düngemittel für das kommende Frühjahr kaufen zu können. Nach Ansicht des Industrieverbandes Agrar (IVA) komme die notwendige finanzielle Ausstattung zu spät, um Käufe rechtzeitig sicherzustellen. Denn die globale Krise könne laut IVA die Energie- und Düngemittelmärkte weiter belasten und im Frühjahr zu höheren Kosten führen. Frühzeitige Einlagerungen und Vorkontrahierungen helfen nach Angaben des Verbandes, Preis- und Versorgungsrisiken zu begrenzen. Die deutschen und europäischen Hersteller könnten die dafür erforderlichen Mengen bereitstellen.
IVA fordert zweckgebundene Hilfe für Düngemittel
Die Ankündigung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, die EU-Düngemittelhilfen als Hektarprämie auszuschütten, hält der IVA für nicht zielführend. Damit werde das ursprüngliche Ziel des europäischen Fertiliser-Action-Plans verfehlt, Landwirte beim Kauf von Düngemitteln zu unterstützen, so der Verband. „Für die Betriebe bleibt es deshalb wichtig, ihren Bedarf für das nächste Frühjahr frühzeitig abzusichern. Dafür wäre jetzt eine Finanzhilfe für den direkten Kauf sinnvoll. Denn die Krise kann die Kosten für Energie und Düngemittel weiter erhöhen“, so IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer.
Gestiegene Dünger- und Energiekosten durch globale Krisen
Viele landwirtschaftliche Betriebe verfügen derzeit nicht über die notwendige Liquidität, um Düngemittelbestände für die kommende Saison rechtzeitig aufzubauen. Die Bundesregierung will die EU-Düngemittelhilfen von rund 60 Millionen Euro nicht an konkrete Düngemittelkäufe koppeln, sondern als Hektarprämie an besonders von gestiegenen Dünger- und Energiekosten betroffene Betriebe auszahlen. Das soll die Abwicklung vereinfachen und den bürokratischen Aufwand gering halten. Der IVA bemängelt jedoch, dass damit kein direkter Anreiz entsteht, Dünger frühzeitig zu kaufen oder einzulagern. Zudem fließt die Unterstützung unabhängig davon, ob und wann ein Betrieb tatsächlich Düngemittel beschafft.
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