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Hitzesommer 2026: Ernteeinbußen alleine bilden nicht gesamte Lage ab

Die lange Trockenperiode hat seine Spuren hinterlassen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium sieht die Ernteeinbußen als Teil einer größeren Krise und kündigt Hilfen an.
  • Erntebilanz 2026
  • Krisen gehen über Ernteeinbußen hinaus
  • Geplante Hilfen
  • Link zum Erntebericht 2026

Die lange Trockenperiode in diesem Sommer führte mit rund 37,4 Millionen Tonnen zu einer Ernteeinbuße bei Getreide von minus 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Winterweizen beträgt das Minus 10,4 Prozent, beim Winterraps 11,5 Prozent. Besonders betroffen sind der Süden und der Südwesten. Vielerorts ist auch Mais kaum gewachsen oder hat keine Kolben ausgebildet. In Bayern liegt die Getreideernte 8,6 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel. Auch beim Grünfutter ist die Lage angespannt. Nach dem ersten Schnitt wuchs auf vielen Wiesen kaum Gras nach, Betriebe mussten bereits im Sommer Reserven nutzen. Heu verteuerte sich alleine im August bundesweit um 17 Prozent. Bei Zuckerrüben, Körnermais, Kartoffeln, Hopfen, Grünland und Silomais ist die Ernte noch nicht abgeschlossen. Erste Schätzungen lassen regional hohe Ertragsverluste erwarten.

Krisen gehen über Ernteeinbußen hinaus

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) sieht in der schlechten Ernte nur einen Teil der Probleme von „nationalem Ausmaß“. Die Landwirtschaft müsse viele Herausforderungen gleichzeitig tragen, heißt es aus dem Ministerium. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Nahost-Krise haben zu weltweiten Verwerfungen geführt. Das betrifft die Energie- und Düngemittelmärkte, Lieferketten sind eingeschränkt oder blockiert worden, die Produktionskosten steigen dadurch, während gleichzeitig vielfach die Erzeugerpreise sinken – etwa beim Schweinefleisch. Jede dieser Belastungen sei laut BMLEH für sich genommen schon eine Herausforderung. In ihrer Summe und Gleichzeitigkeit setzen sie viele Betriebe massiv unter Druck. 

Bundesministerium kündigt Hilfen an

Um den Folgen der Krisen entgegenzuwirken hat das BMLEH einen Liquiditätsrahmen aufgesetzt

  • Liquiditätsprogramm 1: Das bestehende Programm der Landwirtschaftlichen Rentenbank wird um 300 Millionen auf insgesamt 500 Millionen Euro Darlehensvolumen aufgestockt. Die Kredite sollen schnell und ohne Nachweis einer Notlage oder der Verwendung verfügbar sein.
  • Liquiditätsprogramm 2: Das BMLEH plant mit dem Bundesfinanzministerium ein zweites Programm über die Rentenbank. Vorgesehen sind deutlich niedrigere Zinsen und längere Laufzeiten.
  • Dünger- und Energie-Krisenpaket: 60 Millionen Euro EU-Düngemittelhilfen sollen als Hektarprämien an besonders von gestiegenen Dünger- und Dieselkosten betroffene Betriebe fließen. Das Verfahren soll möglichst unbürokratisch sein.
  • Risikoausgleichsrücklage einführen: Betriebe sollen in guten Jahren steuerfrei Rücklagen für Krisen infolge von Dürre, Hitze, Starkregen und anderen Wetterextremen bilden können. Das BMLEH stimmt sich dazu mit dem Bundesfinanzministerium ab.
  • Gewinnglättung über 2028 hinaus: Das BMLEH will die steuerliche Gewinnglättung über 2028 hinaus fortführen. Sie soll starke Schwankungen landwirtschaftlicher Einkommen abfedern.
  • Mehrgefahrenversicherung über die GAK fördern: Mehrgefahrenversicherungen gegen Risiken wie Dürre, Frost und Starkregen sollen künftig über die GAK gefördert werden. Das BMLEH stimmt sich dazu mit den Bundesländern ab.
  • Wälder mit Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) stärken: Bis zu 100 Millionen Euro Bundesmittel sollen vollständig für Waldumbau und Waldschutz mobilisiert werden. Ziel sind klimaresilientere Wälder sowie eine stärkere Prävention.
  • Unterstützung für die Fischerei: Für Fischereibetriebe stehen wegen hoher Energiekosten bis zu 4,5 Millionen Euro bereit; von März bis Juli 2026 werden 21 Cent je Liter Diesel erstattet. Zusätzlich sind für eine Referenzflotte zur Datenerhebung in drei Jahren bis zu drei Millionen Euro vorgesehen.

Der Erntebericht 2026 kann auf der Internetseite des BMLEH heruntergeladen werden.

Weitere Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf gvf.de.

Foto: Standl

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