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Umbau in der Ferkelerzeugung: Diese enorm hohe Summe fehlt den Betrieben

Eine Abfrage unter Sauenhaltern zeigt: Die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung stellen Ferkelerzeuger vor ein riesiges Investitionsproblem.
  • Abfrage unter Ferkelerzeugern
  • Ergebnis der Umfrage
  • Forderungen der ISN
  • Methode der Umfrage

In Deutschland fehlen vier Milliarden Euro für den Umbau von Deckzentren und Abferkelställen. Das geht aus einer Abfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hervor. Laut ISN lässt sich die Summe nicht stemmen. Die Folge: Viele Sauenhalter beabsichtigen, aufzugeben und die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nicht mehr umzusetzen.

Ergebnisse der Umfrage zur Ferkelerzeugung
  • 14 % der Betriebe erfüllen die Haltungsvorgaben im Deckzentrum bereits oder befinden sich aktuell im Umbau.
  • 13,6 % verfügen bereits über eine Umbaugenehmigung bzw. haben den Bauantrag eingereicht.
  • Weitere 13,6 % können in Kürze eine Baugenehmigung für den Umbau des Deckzentrums einreichen.
  • Insgesamt 41,2 % der Betriebe werden voraussichtlich trotz Umbau weiterhin Sauenhaltung betreiben.
  • 44 % der Betriebe befinden sich in einer unklaren Situation.
  • Davon geben über 25 % an, die Vorgaben durch innerbetriebliche Umstrukturierungen ohne Baugenehmigung umsetzen zu wollen (Umsetzungsfrist bis Februar 2029).
  • Knapp 15 % der Betriebe werden aus der Sauenhaltung aussteigen oder haben dies bereits angekündigt.

ISN nimmt Bund und Länder in die Pflicht

Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, wenn besonders viele Betriebe die Förderung des Bundes als entscheidend für die weitere Betriebsentwicklung ansehen und versuchen, noch Anträge im Rahmen der verbleibenden Frist bis Ende August zu stellen, so die ISN. Für sehr viele Betriebe ist laut dem Verband eine Antragstellung innerhalb dieser Frist aber nicht mehr zu schaffen. Die ISN fordert einen adäquaten Ersatz für die Bundesförderung und einen Bestandsschutz. Ansonsten werde die Ausstiegswelle dramatisch.

„Hier sind nun Bund und Bundesländer gleichermaßen gefordert, schnell und gemeinsam für Lösungen zu sorgen, wenn sie die Ferkelerzeugung in Deutschland erhalten wollen“, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.

Im November und Dezember 2025 nahmen 244 Ferkelerzeuger an der Abfrage teil. Diese war personalisiert, also mit Nennung des Namens. Die teilnehmenden Ferkelerzeuger halten durchschnittlich 400 Sauen und sind damit deutlich größer als der Bundesdurchschnitt (295 Sauen je Betrieb). Insgesamt halten die Sauenhalter aus der Abfrage somit knapp 100.000 Sauen. Der größte Teil der Betriebe kommt aus Niedersachsen (77), NRW (68) und Bayern (61).

Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf der Internetseite der ISN.

Foto: Countrypixel – stock.adobe.com (Symbolbild)

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