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„Fertilizer Action Plan“: Das will die EU bei Düngemitteln ändern

Mit einem Plan möchte die EU-Kommission die Verfügbarkeit von Dünger aus europäischer Produktion sicherstellen.
  • Inhalt des „Fertilizer Action Plans“
  • IVA begrüßt Aktionsplan der EU
  • Bedenken des IVA
  • Link zum Aktionsplan

Die EU-Kommission hat dem EU-Parlament ihren sogenannten „Fertilizer Action Plan“ vorgelegt. Was beim ersten Hinsehen kompliziert klingt, heißt nichts anderes als „Aktionsplan Düngemittel“. Hintergrund: Die EU will Versorgungsengpässen und Preisschwankungen aufgrund des Nahost-Konfliktes und darüber hinaus entgegenwirken.

Der Aktionsplan soll die Ernährungssicherheit in Europa stärken und Landwirte beim Zugang zu bezahlbaren Düngemitteln unterstützen. Gleichzeitig verfolgt das Vorhaben das Ziel, die europäische Landwirtschaft nachhaltiger und unabhängiger zu gestalten. Dazu werden unter anderem außerordentliche Finanzhilfen bereitgestellt und ein neues Liquiditätssystem eingeführt. Dieses soll den finanziellen Spielraum landwirtschaftlicher Betriebe verbessern. Zudem will die EU-Kommission Betriebe durch ein besseres Nährstoffmanagement beim effizienten Einsatz von Düngemitteln unterstützen. Gleichzeitig soll die europäische Düngemittelindustrie gestärkt und der Einsatz organischer sowie biobasierter Düngemittel aus europäischer Produktion ausgebaut werden. Der Austausch zwischen Herstellern, Landwirtschaft und Mitgliedstaaten soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbessert werden.

IVA begrüßt Aktionsplan der EU

Der Industrieverband Agrar (IVA) bewertet das EU-Vorhaben insgesamt positiv. Er begrüßt, dass die Versorgung mit Düngemitteln gesichert und deren Verfügbarkeit sowie die Bezahlbarkeit für Landwirte verbessert werden sollen. Auch die Stärkung der europäischen Produktion und der Einsatz moderner, effizienterer Verfahren wie Präzisionslandwirtschaft werden unterstützt.

Würden EU-Hersteller geschwächt werden?

Gleichzeitig hat der IVA Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller. Düngemittel sind sehr energieintensiv, ein wichtiger Rohstoff ist Erdgas. In Europa ist dieses oft teurer, weil es importiert werden muss und zusätzliche Kosten für Transport und Flüssiggas entstehen. In anderen Regionen, etwa den USA oder dem Nahen Osten, ist Erdgas häufig günstiger verfügbar oder wird staatlich subventioniert. Außerdem fallen dort oft geringere Klimaschutzkosten an, da es weniger strenge Regeln wie den EU-Emissionshandel gibt. Teilweise sind Produktion und Gasförderung auch direkt am selben Standort verbunden, was zusätzliche Kosten spart.

Der IVA warnt deshalb, dass europäische Hersteller im internationalen Wettbewerb unter Druck geraten könnten und die Produktion ins Ausland verlagert werden könnte. Das würde Europa stärker von Importen abhängig machen. Deshalb fordert der Verband stabile Rahmenbedingungen, bezahlbare Energie und verlässliche Investitionsbedingungen.

Der Aktionsplan kann auf der Internetseite der EU-Kommission heruntergeladen werden.

Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf der Website gvf.de.

Foto: IVA

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