Mercosur-Abkommen: Heute Bauernproteste gegen Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit
Landwirte protestieren an Autobahnauffahrten gegen das Mercosur-Abkommen. Das Handelsabkommen könnte die europäische Landwirtschaft noch mehr schwächen.
- Organisatoren zu den Protesten
- Mercosur-Abkommen führt zu Wettbewerbsverzerrungen
- Statements MV-Agrarminister Backhaus und LBV-Präsident Wendorff
- Verkehrssituation am 8. Januar 2026
Der Verein „Land schafft Verbindung” hat für heute, 8. Januar, bundesweit Proteste gegen das umstrittene Mercosur-Abkommen angekündigt. Laut Presseerklärung soll bundesweit an Autobahnauffahrten demonstriert werden. Medienberichten zufolge finden aber vorwiegend im Norden und Nordosten Proteste statt. Dieser Schritt falle nicht leicht, so der Verein. Er sieht aber die Existenz der Landwirtschaft, insbesondere in Deutschland, durch politische Entscheidungen gefährdet. Die Landwirtschaft stecke in einer historischen Preiskrise. Sollte das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Staatenbund kommen, könnte zum Beispiel Europa mit billigem Rindfleisch überschwemmt werden. Überdies werden laut „Land schafft Verbindung” in Südamerika Geflügel mit Chlorbehandlung oder auch gentechnisch verändertes Soja produziert. Auch in der EU nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel würden verwendet.
Mercosur-Abkommen führt zu Wettbewerbsverzerrungen
„Land schafft Verbindung” gibt nicht nur zu bedenken, dass die Energie- und Rohstoffpreise extrem gestiegen sind, sondern warnt auch vor Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche Klima- und Umweltschutzanforderungen an die Landwirte. Diese sind hierzulande höher als in Südamerika. Das bedeutet, dass die Landwirte jenseits des Atlantiks billiger produzieren können.
Bauernverband: Autobahnausfahrten kein guter Ort für Proteste
Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus traf sich gestern mit Vertretern von „Land schafft Verbindung” und der „Freien Bauern” und zeigt Verständnis: „Die Landwirtschaft steht unter erheblichem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Druck. Frust und Verunsicherung sind Ausdruck realer Belastungen. „Unsere Aufgabe ist es, Ursachen klar zu benennen und dort anzusetzen, wo Entlastung tatsächlich wirkt.” Bauernverbände hingegen empfehlen Zurückhaltung, wie der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg (LBV) Henrik Wendorff betonte: „Autobahnzufahrten sind kein guter Ort für den berechtigten Protest der Landwirte gegen die aktuelle Agrarpolitik. Mercosur würde zwar – oberflächlich betrachtet – die wirtschaftliche Situation bei den Landwirten verschärfen. Die Ursachen liegen jedoch tiefer, und genau hier setzt die Arbeit der Bauernverbände an.”
Auflagen werden eingehalten
Angemeldet wurden unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern Protestaktionen an insgesamt 32 Autobahnauffahrten in Mecklenburg-Vorpommern auf den folgenden Autobahnen: A11, A14, A19, A20, A24. Darunter die Anschlussstellen Schwerin Nord, Ludwigslust, Parchim, Güstrow, Grevesmühlen, Tribsees, Pasewalk Nord und Penkun. Zusätzlich laufen in Brandenburg ähnliche Protestaktionen an Auffahrten entlang der A11, A24 und A19. Auch in anderen Bundesländern kann es zu Blockaden kommen.
Wie die Welt unter Berufung auf die Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg berichtet, kam es bislang – zumindest in den Bereichen der beiden Behörden – zu keinen Verkehrsbehinderungen, da die gesetzlichen Auflagen eingehalten wurden und Autobahnauffahrten nicht blockiert werden dürfen.
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