Trockenheit: Vielerorts drohende Futterknappheit wegen schlecht wachsendem Mais
Hitze und Trockenheit bremsen das Wachstum des Maises. Vielerorts bleiben die Pflanzen zu klein und bilden zu wenige oder schlecht entwickelte Kolben. Die Folge ist, dass es zu wenig Futter für Rinder geben könnte. Erste Bundesländer reagieren mit Ausnahmeregelungen.
- Mais leidet unter Trockenheit
- Ersatzfutter und zusätzliche Flächen
- Ausnahmeregelungen in zwei Bundesländern
- Bundesminister Rainer kündigt weitere Hilfen an
Die bereits monatelang anhaltende Hitze- und Trockenperiode zeigt deutliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) drohen insbesondere im Süden Deutschlands bei einzelnen Kulturen erhebliche Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen. Betroffen sind neben Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben auch Mais. Die Folge: Tierfutter wird knapp, denn Silomais ist zusammen mit Gras und Heu ein wichtiger Bestandteil der Rinderfütterung. Gerade fehlende oder schlecht entwickelte Kolben verschärfen das Futterproblem. Die Körner im Kolben liefern einen erheblichen Teil der Stärke und damit die Energie des Futters. Bei starkem Trockenstress bleiben die Pflanzen kleiner, bilden weniger Blattmasse und teilweise nur kleine oder gar keine Kolben. Damit sinken sowohl die verfügbare Futtermenge als auch der Futterwert.
Ersatzfutter und zusätzliche Flächen
Betroffene Betriebe sollten ihre vorhandenen Vorräte überprüfen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) empfiehlt eine genaue Futterbilanz und nennt unter anderem Stroh, Zwischenfrüchte und zugekaufte Futtermittel als Möglichkeiten, Engpässe abzufedern. Auch Körnermais kann bei Bedarf vorzeitig als Silomais geerntet werden. Mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel könnten trockenheitsverträglichere Kulturen wie Sorghum eine größere Rolle spielen.
Ausnahmeregelungen wegen Trockenheit in zwei Bundesländern
Für zusätzliche Futterflächen gelten jedoch rechtliche Vorgaben. In Baden-Württemberg etwa können Landwirte nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums aufgrund des aktuellen heißen Sommers bestimmte ursprünglich anders gemeldete Flächen zur Futtergewinnung nutzen. Auch Bayern hat auf die Futterknappheit reagiert. Laut Bayerischem Bauernverband (BBV) können freiwillig angelegte Brachen wieder für die Futterproduktion genutzt werden.
Bundesminister Rainer kündigt weitere Hilfen an
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat den von der Dürre betroffenen Betrieben staatliche Unterstützung zugesagt. Nach seinen Angaben will der Bund allerdings zunächst belastbare Ernte- und Schadensdaten abwarten. Das tatsächliche Ausmaß der Ernteverluste soll sich erst nach Abschluss der Ernte genauer beurteilen lassen. „Ein Blick auf die Felder zeigt: Die anhaltende Trockenheit hat deutliche Spuren hinterlassen. Der Druck auf unsere Höfe steigt mit jedem trockenen Tag – und doch tun unsere Landwirtinnen und Landwirte Tag für Tag alles dafür, uns alle bestmöglich zu versorgen“, so der Bundesminister. Er werde sich auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass die Landwirte in dieser schwierigen Lage Unterstützung bekommen. Bereits aufgelegt wurde ein Sofortprogramm über die Landwirtschaftliche Rentenbank mit einem Volumen von 200 Millionen Euro. Der Minister räumte allerdings ein, dass dieses Programm angesichts der aktuellen Situation nicht ausreichen werde.
Weitere Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf gvf.de.
Foto: Standl