Verbände fordern: Landwirte brauchen neue Pflanzenschutzmittel schneller
Ein breites Bündnis aus Verbänden fordert eine schnellere Prüfung und Genehmigung von Pflanzenschutzmitteln. Die Initiatoren wenden sich mit einer Petition an die Bundesregierung.
- Initiative „Damit regionale Lebensmittel Zukunft haben“
- Prüfung und Genehmigung von Pflanzenschutzmitteln dauern zu lange
- Gesamte Wertschöpfungskette betroffen
- Link zur Petition
Ein breites Bündnis aus Verbänden, darunter der Deutsche Bauernverband (DBV), der Industrieverband Agrar (IVA) oder auch die Bundesfachgruppe Obst, hat eine Petition gestartet. Die Forderung der Initiative „Damit regionale Lebensmittel Zukunft haben“: eine Reform der Genehmigungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Landwirtschaft, Gartenbau, Hopfen- und Zuckerwirtschaft, Genossenschaften, Agrarhandel und Industrie wenden sich damit erstmals gemeinsam mit einer öffentlichen Petition an die Bundesregierung.
Den Verbänden geht es darum, Innovationen schneller für die Betriebe verfügbar zu machen. Neue Wirkstoffe im Pflanzenschutz werden laut den Initiatoren dringend benötigt, um Erträge zu sichern und auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Solange die Prüfungen und Genehmigungen aber Jahre dauern, bleibe die Praxis auf bestehende und teilweise weniger wirksame Lösungen angewiesen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Forderung des Bündnisses ist deshalb ein wissenschaftsbasiertes und effizientes Zulassungssystem, das die Einhaltung der gesetzlichen Fristen auch ermöglicht.
Prüfung und Genehmigung von Pflanzenschutzmitteln dauern zu lange
Dass die jetzigen Verfahren diese Fristen verfehlen, zeige sich laut den Verbänden auf europäischer Ebene Jahr für Jahr. Immer wieder verlängere die EU-Kommission die Genehmigung von Wirkstoffen per Sammelverordnung, weil über deren Erneuerung nicht rechtzeitig entschieden werden könne, heißt es weiter. Das Bündnis kritisiert auch, dass gleichzeitig kaum neue Lösungen auf den Markt kommen, weil die zuständigen Stellen mit Zulassungserneuerungen für die bereits im Markt befindlichen Wirkstoffe beschäftigt sind. Die Folge sei, dass bei immer mehr wegfallenden Wirkstoffen keine neuen in die Praxis gelangen.
Gesamte Wertschöpfungskette betroffen
Das breite Bündnis hat sich gegründet, weil die gesamte Wertschöpfungskette von den Acker-, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbetrieben über Genossenschaften und Agrarhandel bis zur Verarbeitung betroffen ist. Die Verbände geben zu bedenken, dass der Klimawandel immer mehr neue Krankheiten und Schaderreger auf die Äcker bringt. Die Erhaltung der Wertschöpfung und Versorgungssicherheit sei nur möglich, wenn die Erzeugung nicht aus Deutschland und Europa abwandere. Die Initiatoren erwarten sich deshalb, dass die Bundesregierung die notwendigen Reformen jetzt auf den Weg bringt und sich auf europäischer Ebene für eine Überarbeitung und Verbesserung des Systems zur Wirkstoffgenehmigung einsetzt.
Hier kann man die Petition unterzeichnen. Die gesammelten Unterschriften sollen der Bundesregierung übergeben werden.
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Foto: IVA