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Neue Studie: Geförderte Agrarversicherungen besser als nachträgliche Katastrophenhilfe

Laut einer EU-Studie verliert die europäische Landwirtschaft jährlich 28 Millionen Euro durch Extremwetterereignisse. Die Analytiker kommen zu dem Schluss, dass es effizienter wäre, wenn Versicherungsbeiträge gefördert würden, anstatt nach jeder Katastrophe Hilfsgelder bereitzustellen.
  • Gesamtschaden durch Extremwetter
  • Derzeit nur ein Bruchteil der Verluste abgedeckt
  • Studie empfiehlt Agrarversicherung statt Katastrophenhilfe

Dürre, Überschwemmungen oder Stürme: Die Landwirte in der Europäischen Union verlieren jährlich insgesamt rund 28 Milliarden Euro durch Auswirkungen des Klimawandels. Das geht aus einer aktuellen Studie der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank hervor.

Derzeit nur ein Bruchteil der Verluste abgedeckt

Der Fokus der Studie liegt auf der Abfederung der enormen finanziellen Schäden. Eine Möglichkeit besteht laut den Studienautoren in der Ausweitung von Agrarversicherungen. Nur 20 bis 30 Prozent der klimabedingten Verluste seien durch öffentliche, private oder auf Gegenseitigkeit beruhende Systeme, etwa die der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), abgesichert, heißt es. Laut der Analyse ist ein mit öffentlichen Mitteln finanzierter Versicherungsschutz oft wirksamer als staatliche Kompensationsprogramme. Die Experten halten es für effektiver, wenn die EU und die Mitgliedstaaten Versicherungsbeiträge bezuschussen.

Studie empfiehlt Agrarversicherung statt Katastrophenhilfe

Die EU-Studie zeigt, dass öffentlich geförderte Agrarversicherungen gegenüber reinen Katastrophenhilfen nach Extremwetterereignissen deutliche Vorteile haben. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke eines vorab organisierten Risikotransfers: Versicherungen bündeln Risiken, kalkulieren Schäden und stellen im Ernstfall schnell finanzielle Mittel bereit. Staatliche Zuschüsse zu Versicherungsprämien sollen Landwirten den Zugang erleichtern und die Verbreitung solcher Systeme erhöhen. Nachträgliche staatliche Hilfszahlungen hingegen sind weniger effizient. Sie entstehen erst nach dem Schadensfall, sind politisch schwer planbar und führen häufig zu Verzögerungen sowie Unsicherheiten bei der Entschädigung. Zudem belasten sie öffentliche Haushalte unvorhersehbar und können zu Ungleichbehandlungen zwischen Regionen und Betrieben führen.

Wichtigste Empfehlungen der Studie
  • Um wirtschaftliche Schocks für Landwirte zu begrenzen, sollte die EU den Fokus auf Risikotransfermaßnahmen wie Katastrophenanleihen und öffentlich-private Rückversicherungsvereinbarungen legen
  • Die EU sollte im Katastrophenfall aber Soforthilfen bereitstellen
  • Der Sektor sollte sich insgesamt stärker anpassen, da er nur so selbst bei verbessertem Versicherungsschutz künftige Klimarisiken besser abfedern kann.

Die Studie kann auf der Internetseite der Europäischen Investitionsbank heruntergeladen werden.Weitere Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf der Website gvf.de.

Foto: Siegi – stock.adobe.com (Symbolbild)

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