Innovation: Mulchfolien werden intelligent
Unter der Koordination des Fraunhofer FEP entwickelt ein internationales Forscherteam umweltverträgliche Mulchfolien, die darüber hinaus einen großen Vorteil für das Pflanzenwachstum haben.
- Hintergrund des Projekts
- Neue Materialien für Mulchfolien
- Innovative Bewässerung
Die europäische Landwirtschaft verbraucht jährlich mehr als 80.000 Tonnen Mulchfolien. Diese bestehen fast ausschließlich aus Kunststoff. Bis zu 30 Prozent der eingesetzten Folien werden nach ihrer Verwendung nicht vom Feld zurückgewonnen. Der Rest landet auf Deponien. Denn aufgrund der Verschmutzung ist Recycling nahezu unmöglich. Das Fraunhofer FEP in Dresden koordiniert nun ein Projekt, in dem Forscher innovative Mulchfolien entwickeln, die mehr können, als „nur“ die Umwelt zu schützen.
Forscher entwickeln neue Materialien
Als Grundmaterial für Mulchfolien dienen hochleistungsfähige Substrate aus verschiedenen Zellulosemischungen, welche die Forscher entwickeln. Anschließend versehen sie die Substrate mit vollständig biologisch abbaubaren Oberflächenbeschichtungen aus biobasierten Monomeren, die eine schnelle und kontrollierbare Zersetzung im Boden ermöglichen. Monomere sind kleine Moleküle, die sich miteinander verbinden können.
Mulchfolien optimieren Wasserversorgung
Einen zentralen Innovationsschritt sehen die Wissenschaftler im passiven Wassermanagement der Mulchfolien. Dabei werden in die Beschichtung gezielt feine Strukturen eingebracht, die das Wasser wie auf kleinen Wegen genau dorthin leiten, wo die Pflanzen es brauchen. Bestimmte Bereiche ziehen Wasser an, andere stoßen es ab. So fließt das Wasser automatisch zu den Pflanzlöchern, statt sich unkontrolliert zu verteilen. Das spart Wasser, versorgt die Pflanzen besser und verhindert zusätzlich, dass sich Feuchtigkeit staut und Schimmel entsteht.
Im vierjährigen EU-finanzierten Projekt CELLAGRI arbeiten neun Partner aus sieben europäischen Ländern zusammen. Nach Projektende soll eine marktreife Technologie vorliegen. Langfristig könnten die entwickelten Materialien auch in anderen Anwendungsbereichen wie Lebensmittelverpackungen Einsatz finden.
Foto: Inagro vzw