Schweinefutter: Forscher ersetzen Soja durch Forst-Reststoffe
Um den Import von Soja zu reduzieren, testeten schwedische Forscher proteinreiches Schweinefutter aus Nebenprodukten der Forstindustrie.
- Hintergrund des Forschungsprojektes
- Aus Reststoffen wird eiweißreiches Futter
- Schweinefutter kam vollständig ohne Soja aus
Wissenschaftler der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (SLU) haben eine neue Eiweißquelle für die Schweinefütterung getestet. Pilzprotein aus Reststoffen der Forstindustrie könnte künftig einen Teil von Soja im Futter ersetzen. Allein in Schweden werden nach Angaben der SLU jedes Jahr rund 39.000 Tonnen Soja an Schweine verfüttert. Ein großer Teil davon muss importiert werden. Das Projekt wird von der gemeinnützigen Organisation Axfoundation mitgetragen, die gemeinsam mit Unternehmen Futtermittel aus regional verfügbaren Rohstoffen entwickelt.
Aus Reststoffen wird eiweißreiches Futter
Das Forscherteam nutzt Nebenprodukte, die bei der Verarbeitung von Holz in der Forstindustrie anfallen. Dabei geht es nicht darum, Holz oder Sägemehl an Schweine zu verfüttern. Manche Bestandteile dienen vielmehr als Nahrung für bestimmte Pilze. Diese wachsen durch Fermentation und bilden eine eiweißreiche Biomasse. Diese wird anschließend verarbeitet und kann dem Schweinefutter als Proteinquelle zugesetzt werden. Für Schweinehalter ist vor allem das daraus gewonnene Eiweiß interessant. Für eine ausgewogene Ration wird bislang häufig Sojaschrot eingesetzt. Könnte ein Teil davon durch Pilzprotein aus heimischen Nebenprodukten ersetzt werden, ließe sich laut den Wissenschaftlern die Abhängigkeit von Sojaimporten verringern. Gleichzeitig würden Reststoffe aus der Industrie einer weiteren Nutzung zugeführt.
Schweinefutter kam vollständig ohne Soja aus
Getestet wurde das Futter mit 18 Schweinen in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Die drei Tonnen Versuchsfutter kamen vollständig ohne Soja aus. Die Forscher untersuchten unter anderem die Gesundheit und Entwicklung der Tiere sowie den Nährstoffgehalt und die Verdaulichkeit des Futters. Anschließend wurde auch die Qualität des Fleisches geprüft. Nachteile stellten die Forscher nach Angaben der Universität nicht fest. Auch beim Geschmack gab es keine negativen Auffälligkeiten. Ob das Futter auch Auswirkungen auf den Fleischgeschmack hat, war ebenfalls Teil der Untersuchungen. Die Wissenschaftler beschreiben Kotelett und Schweinenacken der mit Pilzprotein gefütterten Tiere sogar mit einer stärker ausgeprägten nussigen Geschmacksnote. Bis Pilzprotein in größerem Umfang verfüttert werden kann, sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig.
Weitere Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der gvf VersicherungsMakler AG auf gvf.de.
Foto: Sara Souadkia/RISE