Maissorten 2026: Welche Rolle spielt Klimaverträglichkeit bei BSA-Zulassungen?
Das Bundessortenamt lässt in unregelmäßigen Abständen neue Maissorten zu. Doch wie steht es um die Klimaverträglichkeit der in diesem Jahr zugelassenen Sorten?
- Mais von langer Hitzeperiode 2026 betroffen
- Herstellerangaben, aber keine Zulassungskategorie bei Maissorten
- Forscher untersuchten Widerstandsfähigkeit von Mais
Der Hitzesommer 2026 hat vielen Maisbeständen in Deutschland zugesetzt. Während der Blüte und Kolbenbildung fehlte vielerorts Wasser. In Nordrhein-Westfalen etwa berichtete die Landwirtschaftskammer im August von niedrigen Beständen, teilweise ohne ausreichend entwickelte Kolben. Auch in Niedersachsen kam es nach Angaben der Landwirtschaftskammer in Hannover gerade auf sandigen Standorten zu Ertragsausfällen. Zeitweise wuchs deshalb die Sorge, dass Silomais als wichtiges Grundfutter für Rinder knapp werden könnte. Für den kommenden Winter sehen Experten keine flächendeckende Futterknappheit. Wissenschaftler und Züchter arbeiten an hitzebeständigen Maissorten. Im Februar hat das Bundessortenamt (BSA) 19 neue Maissorten zugelassen, doch kommen klimaresilientere Eigenschaften bereits auf dem deutschen Markt an?
Herstellerangaben, aber keine Zulassungskategorie bei Maissorten
Das Bundessortenamt führt keine eigene Kategorie, was etwa besonders klimarobusten Mais betrifft. Landwirte müssen sich auf Herstellerangaben verlassen. Unter den 2026 zugelassenen Maissorten finden sich aber einige Hinweise auf Klimaresilienz. Wir haben die Herstellerangaben zusammengefasst.
- LG 31.281: Der mittelfrühe Silo- und Biogasmais erreicht laut Hersteller beim Gesamttrockenmasseertrag die BSA-Note 8. Zudem nennt der Hersteller Limagrain ein sehr gutes Stay-Green-Verhalten und eine sehr gute Blattgesundheit.
- DUKRO: Der frühe Körnermais wird mit „top Stay-Green“, guter Standfestigkeit und hoher agronomischer Stabilität beschrieben. Damit weist die Sorte mehrere Eigenschaften auf, die unter schwierigen Anbaubedingungen interessant sein können.
- CONTADINO: KWS beschreibt den Silo- und Körnermais als „flexibel und robust“. Hinzu kommen eine vergleichsweise frühe Kolbenausreife sowie hohe bis sehr hohe Korn- und Trockenmasseerträge.
- SOLANO: Der sehr frühe Körnermais zeichnet sich laut Hersteller durch geringe Kornfeuchten, eine frühe Erntemöglichkeit und gute Standfestigkeit aus. KWS ordnet die Sorte dem Typ „DryDown+“ zu.
- SPORCO: Laut Hersteller besitzt die Sorte einen kräftigen Wuchs und eine gute Standfestigkeit. Eine besondere Trockenheits- oder Hitzetoleranz wird nicht ausgewiesen.
- GALAO: Der Silomais wird von KWS mit kräftigem, großrahmigem Wuchs und hoher Ertragsleistung beschrieben. Eine spezielle Trockenheits- oder Hitzetoleranz nennt der Hersteller nicht.
(Quellen: Hersteller, keine redaktionelle Wertung, kein Anspruch auf Vollständigkeit)
Forscher untersuchten Widerstandsfähigkeit von Mais
Wie weit die Forschung bei klimaresilientem Mais bereits ist, zeigt eine 2025 im Fachjournal „Plant Stress“ veröffentlichte Studie. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) untersuchte 106 mediterrane Mais-Zuchtlinien unter gleichzeitigem Hitze- und Trockenstress. Die Pflanzen wurden Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius ausgesetzt und erhielten deutlich weniger Wasser. Dabei identifizierten die Wissenschaftler 201 genetische Marker und 89 mögliche Gene, die auf Widerstandsfähigkeit und anschließende gute Erholung hinweisen. Interessant für die Züchtung: Laut den Forschern sind Stressresistenz und die Fähigkeit, sich nach einer Hitze- und Trockenphase wieder zu erholen, teilweise genetisch unterschiedlich gesteuert. Die Ergebnisse könnten deshalb helfen, künftig gezielter Maissorten zu züchten, die auch bei zunehmenden Wetterextremen stabile Erträge liefern.
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Foto: Standl (Symbolbild)