EU-Pläne: Was beinhalten die Tierhaltungsstrategie und der Protein-Aktionsplan?
Die EU-Kommission hat die Tierhaltungsstrategie und den Protein-Aktionsplan angenommen. Was steckt dahinter?
- Tierhaltungsstrategie
- Protein-Aktionsplan
- Statement Deutscher Bauernverband
Mit der neuen Tierhaltungsstrategie und dem Protein-Aktionsplan möchte die Europäische Kommission erreichen, dass Europas Tierhaltungssektor langfristig stark und widerstandsfähig bleibt. Die beiden Initiativen sollen laut Kommission Abhängigkeiten verringern, die europäische Ernährungssicherheit stärken sowie das europäische Agrar- und Lebensmittelsystem festigen.
Das beinhaltet die Tierhaltungsstrategie
- Krisenvorsorge: bessere Vorbereitung auf Tierseuchen und andere Krisen
- Wettbewerbsfähigkeit: Stärkung der Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit der Tierhaltung
- Tierwohl: strengere Standards und Verbesserungen bei Haltungssystemen
- Investitionen: Unterstützung von Betrieben bei Modernisierung und Innovationen
- Umwelt- und Klimaschutz: Verringerung von Emissionen und nachhaltigere Produktionsweisen.
- Nährstoffmanagement: effizientere Nutzung von Nährstoffen und bessere Kreisläufe
- Regionale Tierhaltung: Unterstützung unterschiedlicher Betriebsformen und benachteiligter Regionen
- Schlachthofstruktur: Förderung kleinerer und regionaler Schlachtmöglichkeiten zur Verkürzung von Transportwegen
- Herkunftskennzeichnung: mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher
- Innovation: Einsatz neuer Technologien und Forschung für eine nachhaltige Tierhaltung
Protein-Aktionsplan
- Proteinversorgung: Stärkung der europäischen Eiweißversorgung und Verringerung von Importabhängigkeiten
- Eiweißpflanzenanbau: Ausbau von Leguminosen, Soja und anderen Proteinpflanzen in der EU
- Futtermittelstrategie: mehr heimische Proteinquellen für die Tierfütterung
- Wertschöpfungsketten: Ausbau von Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung von Proteinpflanzen
- Landwirtschaftliche Förderung: Unterstützung des Proteinpflanzenanbaus über die GAP
- Forschung und Innovation: Entwicklung neuer Sorten, Anbausysteme und Verarbeitungstechniken
- Marktentwicklung: bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Verarbeitern und Handel
- Strategische Autonomie: geringere Abhängigkeit von Importen und globalen Lieferketten bei Futtermittel, Düngemittel und Energie
- Nachhaltigkeit: Beitrag zu Klimaschutz, Bodengesundheit und Biodiversität
Bauernverband begrüßt Strategien im Großen und Ganzen
Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Stefanie Sabet, bewertet die Strategien grundsätzlich als wichtige Schritte hin zu mehr Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. „Die Kommission gibt damit der Tierhaltung eine Perspektive und erteilt einem Abbau der europäischen Bestände und Produktion eine Absage.“ Sabet befürchtet aber auch, dass das Vorhaben mit neuen Auflagen verbunden ist. Und die Finanzierung müsse gesichert sein: „Wer den Umbau der Tierhaltung will, muss ihn zuerst finanziell absichern.“ Der Bauernverband fordert überdies auch angemessene Übergangsfristen.
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