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„Zuckersteuer“: 35 Verbände wehren sich gegen Pläne der Bundesregierung

Ein breites Bündnis von Verbänden hat zahlreiche Argumente gegen die geplante Zuckersteuer veröffentlicht.
  • Bundesregierung plant Zuckersteuer
  • Gemeinsame Stellungnahme der Verbände
  • Entwicklung des Anbaus von Zuckerrüben
  • Link zur Stellungnahme

Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen 16 Milliarden Euro. Eine Idee der Bundesregierung: eine „Zuckersteuer“ auf zuckerhaltige Softdrinks. Ein Ziel ist, die Menschen durch weniger Zuckerkonsum gesünder zu halten und so Geld im Gesundheitswesen einzusparen. Nun hat das Bundesgesundheitsministerium einen Entwurf vorgelegt. Darin ist aber nicht von einer Steuer die Rede, sondern von einer „Abgabe“. Eine Steuer wäre nicht zwingend zweckgebunden, eine Abgabe würde direkt ins Gesundheitswesen fließen. Aus der Wirtschaft und der Landwirtschaft regt sich Widerstand.

Geplanter Eingriff in den Zuckerkonsum

Im Grunde würde das auf Hersteller solcher Produkte Druck erzeugen. Sie sollen demnach ihre Rezepturen anpassen. Die Folge: Sie würden weniger Zucker einkaufen und stattdessen auf künstliche Ersatzstoffe zurückgreifen. Internationale Beispiele zeigen, dass solche Modelle funktionieren können. Kritiker zweifeln jedoch daran, dass sich das Konsumverhalten langfristig verändert. 

Verbände fordern Verzicht auf Zuckersteuer

Mehr als 35 Verbände, darunter der Deutsche Bauernverband (DBV), lehnen die Zuckersteuer in einer gemeinsamen Stellungnahme ab. Sie kritisieren die Maßnahme als „symbolische Steuerpolitik“ ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage und fordern stattdessen mehr Aufklärung und Ernährungsbildung. Zudem warnen sie vor wirtschaftlichen Folgen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Industrie bis hin zur Landwirtschaft. Eine sinkende Nachfrage nach Zucker könne Produktion, Investitionen und Einkommen beeinträchtigen. Überdies weisen die Verbände darauf hin, dass die Lebensmittelwirtschaft schon längst gehandelt habe. Der Zuckergehalt von marktrelevanten Erfrischungsgetränken sei seit 2018 um rund 15 Prozent reduziert worden. 

Anbau und Produktion von Zuckerrüben bereits rückläufig

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) bauen in Deutschland rund 22.380 Betriebe Zuckerrüben auf etwa 387.400 Hektar an (Stand: 2024). Ein Rückgang ist bereits jetzt zu verzeichnen. Die Anbaufläche lag 2018 noch bei über 420.000 Hektar. Gründe sind steigende Kosten, Pflanzenkrankheiten sowie schwankende Marktpreise. Eine zusätzliche Zuckersteuer könnte diesen Rückgang weiter beschleunigen und den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe erhöhen.

Auf der Internetseite des Bundesverbandes der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) finden Sie die gemeinsame Stellungnahme der Verbände.

Foto: WVZ

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