Sprit aus Biogasanlagen: So können Landwirte zusätzliches Einkommen generieren
Das KTBL hat einen Leitfaden zur optimalen Monetarisierung von landwirtschaftlichen Biogasanlagen veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht die Erzeugung von Kraftstoff. Ein wichtiger Hebel ist die THG-Prämie.
- Biomethan als Kraftstoff
- Mit der Biogasanlage THG-Prämie sichern
- Link zur Broschüre „Biomethan als Kraftstoff“
Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) hat gemeinsam mit dem Fachverband Biogas und dem Institut für Biogas, Kreislaufwirtschaft & Energie (IBKE) die Sonderveröffentlichung „Biomethan als Kraftstoff” veröffentlicht. In dieser erfahren Landwirte, wie sie Biogasanlagen wirtschaftlich betreiben können.
Biomethan aus Biogasanlagen für Kraftstoff
Der Leitfaden unterstützt Betriebe bei ihren Überlegungen zur Umsetzung eines Kraftstoffkonzepts mit einem Überblick über mögliche Kraftstoffvermarktungsoptionen sowie Managementempfehlungen für den Betrieb einer Biomethantankstelle. Die Broschüre beschreibt praxisnah die Ausgangssituationen verschiedener landwirtschaftlicher Biogasanlagen. Eine ausführliche Bestandsaufnahme der relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene ergänzt diese fallbezogenen Darstellungen.
Mit der THG-Quote Geld verdienen
Ein wichtiges Instrument für die Monetarisierung von Biogas ist die sogenannte THG-Prämie. Sie ist ein zentrales Instrument der Klimapolitik, das die Einsparung von Treibhausgasen finanziell belohnt. Grundlage ist die gesetzlich festgelegte Treibhausgasminderungsquote (THG), die Mineralölunternehmen verpflichtet, ihre Emissionen im Verkehrssektor schrittweise zu senken. Können sie diese Vorgaben nicht vollständig selbst erfüllen, dürfen sie eingesparte Emissionen von Dritten ankaufen – zum Beispiel von E-Auto-Fahrern, Betreibern öffentlicher Ladesäulen oder eben Biogaserzeugern. Alleine für das Betreiben einer Biogasanlage gibt es die Prämie nicht, interessant wird es eben für das Herstellen von Kraftstoff. Denn Voraussetzung ist, dass die Bemühungen in den Straßenverkehr fließen.
Die Zertifizierungen nimmt das Bundesumweltamt (UBA) entgegen. Da die Behörde aber erst ab einer gewissen Menge von eingespartem CO₂ Zertifizierungen ausstellt, übernehmen das private Dienstleister, die zwischen Prämienempfänger und UBA als Agentur auftreten. Sie geben die Meldungen mehrerer Kunden gesammelt ab und behalten dafür eine geringe Provision ein.
In der Praxis speisen viele Betriebe ihr Biomethan in das Erdgasnetz ein. Über ein sogenanntes Massenbilanzsystem wird sichergestellt, dass die entsprechende Menge rechnerisch im Verkehrssektor genutzt wird. Erst dieser Nachweis ermöglicht die Anrechnung auf die THG-Quote.
Den Leitfaden „Biomethan als Kraftstoff“ finden Sie auf der Internetseite des KTBL als Download.
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