Konsum von Trinkmilch rückläufig: Warum aber der Verbrauch von Käse steigt
Während das gesunde Glas Milch eher keine so große Rolle mehr spielt, wird das Milchprodukt Käse immer beliebter.
- Hergestellte Mengen von Konsummilch und Käse
- Warum steigt der Käseverbrauch?
- Butter und Streichfetterzeugnisse
Während die hergestellte Menge an Konsummilch 2025 zum fünften Mal in Folge sank (minus 2,6 Prozent), stieg die Käseherstellung. Wie aus der Versorgungsbilanz Milch des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hervorgeht, gipfelte die Menge an Käse nach einem seit Jahren anhaltenden kontinuierlichen Anstieg in 2,8 Millionen Tonnen. 2020 verzeichneten die Hersteller noch 2,6 Millionen Tonnen.
Warum steigt der Verbrauch von Käse?
Der Grund für die Entwicklung dürfte in veränderten Essgewohnheiten liegen. In vielen Fertig- und Fastfoodgerichten, wie Lasagne oder Burgern, wird Käse verarbeitet. Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass die Produktion von Fertiggerichten zwischen 2019 und 2024 um mehr als 25 Prozent gestiegen ist. Auch der Gesamtverbrauch von Tiefkühlkost erreichte laut Deutschem Tiefkühlinstitut (dti) 2025 einen Rekordwert von über 51 Kilogramm pro Kopf jährlich. 2020 holten Verbraucher noch rund 44 Kilogramm aus den Tiefkühltruhen der Supermärkte und Discounter. Zahlen des dti zeigen auch die steigende Beliebtheit des italienischen Klassikers mit „viel Käse“: der Pizza. An dem mediterranen Fladen in seinen vielen verschiedenen Variationen als Tiefkühlprodukt ist die Entwicklung deutlich zu erkennen. Der Pizzakonsum in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach dti-Angaben lag der Pro-Kopf-Verbrauch vor rund zehn Jahren noch bei etwa zehn Tiefkühlpizzen jährlich, während heute im Schnitt nahezu 15 Pizzen pro Person verzehrt werden. Insgesamt summiert sich der Konsum inzwischen auf über eine Milliarde Pizzen pro Jahr.
Auch mehr Butter und Aufstriche
Überdies veröffentlichte das BZL auch Zahlen zur Herstellung von Butter und Streichfetterzeugnissen. In diesem Segment verzeichneten die Hersteller ein Plus von über 9 Prozent gegenüber 2024. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch stieg um 250 Gramm auf 5,6 Kilogramm (in Produktgewicht). Die gesteigerte Produktion, die geringere Einfuhr (minus 7,9 Prozent) und die größere Ausfuhr (plus 5,2 Prozent) führten insgesamt zu einem höheren Selbstversorgungsgrad von 111,5 Prozent (2024: 106,6 Prozent).
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