Globale Konflikte: Wie Erdgas zu steigenden Düngerpreisen führt
Erdgas ist nicht nur für Energie und Mobilität von hoher Bedeutung. Auch auf die Verteuerung landwirtschaftlicher Produkte haben steigende Gaspreise Einfluss.
- Entwicklung Preise für Erdgas
- Rolle bei der Herstellung von Dünger
- Einfluss des Irankrieges
Die Preise für Düngemittel sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen – mit direkten Folgen für Landwirte und Lebensmittelpreise. Laut der Weltbank erhöhten sich die globalen Düngemittelpreise bereits 2021 um rund 80 Prozent, gefolgt von einem weiteren Anstieg von etwa 30 Prozent Anfang 2022. Während zunächst pandemiebedingte Effekte und geopolitische Spannungen den Preisschub auslösten, könnte der Irakkrieg die Lage weiter verschärfen.
Erdgas ist Schlüsselressource
Ein Großteil industriell hergestellter Düngemittel basiert auf Ammoniak, das im sogenannten Haber-Bosch-Verfahren produziert wird. Die Herstellung ist sehr energieintensiv. Dabei wird Stickstoff aus der Luft mit Wasserstoff kombiniert. Der Wasserstoff wiederum wird überwiegend aus Erdgas gewonnen. Dieses macht bis zu 80 Prozent der Produktionskosten aus, wie Studien der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen (FAO) zeigen. Diese enge Abhängigkeit macht die gesamte Agrarbranche extrem anfällig für geopolitische Schocks. Der Iran ist einer der bedeutenden Gasproduzenten.
Globale Folgen und unsichere Zukunft
Die Folgen sind bereits sichtbar: In Asien sind die Preise für Erdgas zeitweise um mehr als 140 Prozent gestiegen. Wie sich die Lage in Europa weiterentwickelt, hängt stark vom Verlauf und der Dauer des Krieges ab. Für die Landwirtschaft wären die Konsequenzen erheblich. Steigende Düngerpreise zwingen viele Betriebe dazu, ihren Einsatz zu reduzieren, was langfristig Erträge senkt. In Kombination mit hohen Energie- und Transportkosten verteuert das auch Lebensmittel.
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