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Trotz durchschnittlicher Getreideernte: Bauernverband fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Die Prognose für die Getreideernte 2026 könnte besser sein, ist aber auch nicht schlecht. Mit Blick auf die kommenden Jahre fordert der Bauernverband aber bessere Rahmenbedingungen für Getreidebetriebe.
  • Getreidefläche 2026
  • Prognostizierte Getreideernte
  • Pflanzenschutz, Bürokratie, Erzeugerpreise

Die Anbaufläche für Getreide wird in Deutschland 2026 knapp über 6 Millionen Hektar liegen – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr (rund 5,9 Millionen Hektar). Auf 5 Millionen Hektar wird in diesem Jahr Wintergetreide angebaut. Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht von einer durchschnittlichen Ernte mit großen regionalen Unterschieden aus, wie DBV-Präsident Joachim Rukwied betont: „Die Aussaatbedingungen im Herbst 2025 waren gut, das Frühjahr tendenziell zu trocken. Das uneinheitliche Witterungsbild hat sich im Mai fortgesetzt. Die Niederschlagsmengen unterschieden sich je nach Region stark.“ In der zweiten Junihälfte machten die extrem hohen Temperaturen dem Getreide zu schaffen. Rukwied sieht einen eindeutigen Einfluss der Folgen des Klimawandels auf Ernteergebnisse. „Extremwetterlagen wie Hitze, Starkregen und Trockenperioden treten häufiger auf. Wir Landwirte stellen uns beispielsweise durch wassersparende Anbauverfahren und Diversifizierung im Anbau auf die Veränderungen ein“, so der Bauernpräsident.

Getreideernte 2026 durchschnittlich

Die Wintergerste wurde bei guten Druschbedingungen bereits in Teilen geerntet. Hier erwartet der DBV eine Erntemenge von rund 9,3 Millionen Tonnen und damit etwas weniger als im Vorjahr (9,5 Millionen Tonnen), da die Hektarerträge im Mittel niedriger ausfallen. Die Fläche von Winterraps legte um 4,9 Prozent auf 1,14 Millionen Hektar zu, hier wird eine durchschnittliche Ernte erwartet. Bei den Körnerleguminosen setzt sich der Aufwärtstrend fort: Die Anbaufläche von Körnererbsen wächst um 6,6 Prozent auf 147.400 Hektar, die von Ackerbohnen um 5,9 Prozent auf 70.300 Hektar und die von Sojabohnen um 17,8 Prozent auf 51.000 Hektar.

Bauernverband fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Trotz der nicht schlecht erwarteten Ernte warnt der Bauernverband vor den künftigen Auswirkungen der Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel beim Pflanzenschutz. Die Schilf-Glasflügelzikade breite sich bundesweit weiter aus und bedroht Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse, so der DBV. Die Handlungsmöglichkeiten der Betriebe seien eingeschränkt. „Die für 2026 erteilten Notfallzulassungen verschaffen kurzfristig Luft, sie können aber keine Dauerlösung sein. Wir brauchen Zulassungen für wirksame Pflanzenschutzmittel“, so DBV-Präsident Rukwied. Auch die Erzeugerpreise treiben dem Verband Schweißperlen auf die Stirn. Sie liegen unter den schon niedrigen Preisen des Vorjahres. Zugleich verharren laut Bauernverband die Betriebsmittelkosten auf hohem Niveau: Der Preisindex für Betriebsmittel liege rund 30 Prozent über dem Wert von 2020. 

Konkret fordert der DBV, die Energiekosten spürbar zu senken, Stickstoffdünger bezahlbar und verfügbar zu halten und die Liquidität der Ackerbaubetriebe gezielt und unbürokratisch zu sichern. „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen statt immer neuer Auflagen – nur so bleibt der heimische Ackerbau wettbewerbs- und zukunftsfähig“, mahnt Rukwied.

Die Ernteprognose des DBV basiert auf Meldungen und Ertragsschätzungen der 18 Landesbauernverbände. Aufgrund des noch ausstehenden Witterungsverlaufs können sich die Zahlen bis zum Abschluss der Ernte verändern.

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Foto: drsg98 – stock.adobe.com (Symbolbild)

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