Zeitung: Landwirte brauchen nicht mehr Milchgeld

Wirtschaftsjournalist kritisiert die Forderung nach mehr Milchgeld und die Abschaffung der Milchquote.

Der Journalist Florian Girwert, Wirtschaftsredakteur bei der „Thüringischen Landeszeitung“ (TLZ), hat in seinem Leitartikel in der Dienstagsausgabe der TLZ die ganze Debatte um mehr Milchgeld für Landwirte und die wirtschaftliche Lage der Milchviehbetriebe infrage gestellt.

Die von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt für Milchbauern angekündigten „100 Millionen Euro plus x“ seien im Vergleich zur Bankenrettung eine vernachlässigbare Kleinigkeit, doch tatsächlich gehe es um erhebliche Mehrausgaben, so Girwert. Der Journalist kritisiert, dass die 100 Millionen noch zur „gigantischen Umverteilung“ dazu kämen. Alleine in Thüringen würde demnach jedes Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag aus Steuermitteln an Landwirte ausgeschüttet.

Kritik an Mengenfreigabe
Girwert kritisiert auch indirekt die Abschaffung der Milchquote. „In Zeiten der Milchquote haben etliche Großbetriebe und Bauernfunktionäre darauf spekuliert, nach der Mengenfreigabe kräftig exportieren zu können.“, schreibt der Journalist weiter. Der Weltmarkt sei allerdings ein heikles Feld. „Hier gibt es politische Unwägbarkeiten wie den russischen Einfuhrstopp – und Milchbetriebe können nicht wie ein fitter mittelständischer Automobilzulieferer mit einzigartigen Produkten punkten.“, zieht Girwert einen Vergleich. Kühe könnten auch in China auf der Weide stehen.

Staatliche Hilfen würden nichts daran ändern, dass es in Deutschland aufgrund des russischen Importstopps zu viel Milch gebe. Dass viele Milchviehhalter aufgeben, sei bedauerlich, passiere aber in anderen Branchen auch. Das Firmensterben führe zu steigenden Preisen und dazu, dass die übrigen Betriebe dazu in der Lage seien, ihre Kosten wieder zu erwirtschaften, prognostiziert Girwert. Eine „halbwegs kleinteilige“ Landwirtschaft zu bewahren koste Geld, das dürfe es aber nur gegen Mengenbegrenzung geben.


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