Wolfsrisse nehmen drastisch zu

Nach einer Schätzung des Deutschen Bauernverbandes leben in Deutschland mehr Wölfe als offiziell erhoben. Der Verband fordert Lösungen gegen die zunehmenden Wolfsrisse.

In Deutschland leben mittlerweile über 1.000 Wölfe in freier Wildbahn. Die Schätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) basiert auf der offiziellen Wolfsstatistik des DBBW 2016 und einer Hochrechnung des NABU für das Jahr 2017 über die Anzahl der Wolfsrudel. Entsprechend der rasanten Zunahme an Wölfen ist auch die Zahl der gerissenen Tiere in der Landwirtschaft dramatisch gestiegen.

2017 wurden alleine in Niedersachsen 403 Nutztiere durch Wolfsrisse getötet. Ein Jahr zuvor waren es noch 178 Risse. Bundesweit kam es 2017 schätzungsweise zu rund 1.500 Rissen. Der DBV sieht eine Lösung nicht alleine durch Elektrozäune oder Herdenschutzhunde. “Wir sehen, dass der Herdenschutz alleine nicht funktioniert. Mehr Wölfe bedeuten automatisch mehr Risse. Wir brauchen dringend ein aktives Wolfsmanagement und einen konsequenten Schutz der Weidetiere“, so DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Zahlen geschönt?

Im Rahmen der Anhörung im Umweltausschuss des Deutschen Bundestags zum Wolf fordert der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Eberhard Hartelt, eine sachliche Diskussion. Dazu gehöre auch die ehrliche Offenlegung von Zahlen. „Wir müssen bereits von über 1.000 Wölfen in Deutschland ausgehen. Es dürfe nicht immer nur verharmlosend die Anzahl der Rudel oder erwachsenen Einzeltiere genannt werden“, betont Hartelt. „Eine Koexistenz zwischen Wolf und Weidetierhaltung in Deutschland braucht die Regulierung des Wolfes“, so Hartelt.

Das Bundesamt für Naturschutz spricht für das Jahr 2016 lediglich von 60 Wolfsrudeln und 13 Paaren in Deutschland. Dabei werde ignoriert, so der DBV, dass nach Angaben des NABU jedes Rudel nicht nur aus den zwei erwachsenen Wölfen besteht, sondern auch aus sechs bis acht Welpen und zwei bis vier Jährlingen.

Regulierung gesetzlich möglich?

Der Bauernverband sieht den guten Erhaltungszustand der Wolfspopulation bereits mit den in Deutschland lebenden Wölfen als erreicht an. Obwohl die Wölfe, so der DBV, Teil einer sehr viel größeren zentraleuropäischen Flachlandpopulation seien. Danach sei der Wolf nicht mehr im Bestand gefährdet und könne nach dem EU-Naturschutzrecht reguliert werden.

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