Wohin Gen wir in der Landwirtschaft?

Knapp zwei Wochen ist es her, als das Chemieunternehmen BASF verkündete, seinen Bereich der Gentechnik in die USA verlagern zu wollen. Der betriebene Aufwand in diesem Bereich ist groß, für die Zulassung der Stärkekartoffel Amflora vergingen allein 13 Jahre – nur um sie im letzten Jahr wegen starker Proteste auf zwei Hektar anzubauen. Als Hochrisikotechnologie eingestuft, fehlt für landwirtschaftliche Gentechnik in Deutschland und umliegenden Ländern jedoch die notwendige Akzeptanz. BASF selbst spricht von einer schizophrenen Realität, werden doch trotz dieser Ablehnung pro Jahr Millionen Tonnen genetisch veränderter Pflanzen als Futtermittel in die EU importiert.

In die Veränderung des Erbguts von Pflanzen werden viele Hoffnungen gesetzt: sie sollen unempfindlicher gegen Schädlinge und Herbizide werden, mehr Ertrag bringen und nach Möglichkeit weniger Wasser und Nährstoffe benötigen. Doch genau da setzen die Befürchtungen an: im Ausland angebaute Kulturen können mit wirksamen und in Deutschland verbotenen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, die Ihnen zwar nicht mehr schaden, jedoch als Reste auf den Pflanzen vorhanden sind und ihren Weg in den Nahrungskreislauf finden. Auf der einen Seite ist nicht hinreichend geklärt, welchen Gefahren Mensch und Natur dadurch ausgesetzt sein könnten, auf der anderen Seite hat die Mehrheit der EU-Mitgliedsländer dieser Tage für die Zulassung vier gentechnisch veränderter Soja-Pflanzen gestimmt – darunter auch Deutschland mit der Stimme von Frau Ilse Aigner (Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz).

Wer Futtermittel einkauft und den bisherigen Erkenntnissen noch nicht genügend Vertrauen entgegenbringen kann, schaut beim Handeln dieser Produkte natürlich besonders genau auf das Etikett. Zur Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Produkte gibt es im Allgemeinen viele Pflichten und Ausnahmen, auf gruuna.com reicht zur Kennzeichnung ein Klick: nutzt ein Käufer oder Verkäufer eine Vorlage zum Einstellen von Artikeln, ist bei entsprechenden Produkten bereits die Eigenschaft nach gentechnischer Veränderung enthalten. Als Nutzer muss man nur noch Ja oder Nein auswählen, um Interessenten beim Betrachten des Angebots oder Gesuchs über die Hintergründe zu informieren. Wer ganz sicher gehen möchte, versieht sein Produkt noch mit entsprechenden Zertifikaten. Sucht ein potentieller Handelspartner dann auf gruuna nach Bio-Artikeln, wird er direkt zur Ergebnisliste mit diesen Angeboten geführt.