Wölfe: Schäferin hilft sich selbst

Eine Schäferin aus Schleswig-Holstein hat ein automatisches Einzäunungssystem auf vier Rädern entwickelt. Behörden sehen einen effektiven Schutz gegen Wölfe.

Behörden, Forscher und Weidetierhalter suchen ständig nach Lösungen gegen Angriffe durch Wölfe. Nach einigen Vorkommnissen ist klar, dass herkömmliche und die von der EU-Kommission empfohlenen Schutzzäune nicht ausreichen, um Wölfe von Herden abzuhalten. Oft halten Zäune Witterungsbedingungen auch nicht stand. Eine Schäferin aus Schleswig-Holstein ist nun selbst innovativ geworden. Sie hat eine eigene Methode zur stabilen und effektiven Einzäunung entwickelt.

Automatisierter Schutz gegen Wölfe

Uta Wree verwendet jetzt einen Geländebuggy mit Spezialaufbau. Dieser verlegt vier Drähte gleichzeitig auf besondere Pfosten, die selbst den nordischen Winden standhalten. Ein Problem der Schäferinnen und Schäfer ist, dass sie bei jedem Weidewechsel unzählige Pfähle in den Grund getrieben und viele Kilometer stromführender Draht verlegt werden muss. Da ein einzelner Draht nicht mehr reicht, multipliziert sich die Knochenarbeit. Diese Arbeit nimmt Ute Wree jetzt automatisiert ihr Buggy ab. Im ersten Praxistest hat sich die neue Technik zum Schutz der Schafe bewährt.

Land zeigt Interesse an Prototyp

Der International Fund for Animal Welfare (IFAW) ermöglichte den Versuch mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 6.000 Euro. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Bundesverband Berufsschäfer e.V. entwickelt und von Uta Wree umgesetzt.

Aufgrund der guten Ergebnisse hat das Land Schleswig-Holstein nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Sie soll den ferngesteuerten Einsatz des Systems prüfen. Im Erfolgsfall ist die Entwicklung und Erprobung eines Prototyps geplant. Damit gäbe es erstmals eine Lösung für den automatisierten und kostengünstigen Einsatz von wolfsabweisenden Mobilzäunen.

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