Wölfe: Risse häufen sich rasant

Wolfsrisse werden erschreckend mehr. In Mecklenburg-Vorpommern konnten Wölfe trotz Schutzmaßnahmen in eine Schafherde eindringen. Der BUND fordert die Stärkung der Weidetierhalter anstatt Abschüsse.

Angriffe durch Wölfe nehmen rasant zu. Einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen zufolge haben in Niedersachsen Wölfe seit 2015 bei 374 Übergriffen 959 Nutztiere getötet. Allein 2017 sei es zu 159 Attacken mit 403 tierischen Opfern gekommen, berichtet die Zeitung weiter. In diesem Jahr wurden in dem Bundesland 83 Wolfsangriffe amtlich registriert. 212 Tiere, überwiegend Schafe, kamen dabei zu Tode. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) rief in diesem Zusammenhang auch die Bundesländer, die noch nicht betroffen sind, dazu auf, einen einheitlichen Umgang mit dem Wolf zu finden. Abwarten sei der falsche Weg, so der Politiker.

Wölfe reißen Schafe trotz Sicherheitsvorkehrungen

Ein Fall in Mecklenburg-Vorpommern hat für besondere Aufmerksamkeit gesorgt. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim hatten Wölfe eine 600-köpfige Herde tragender Mutterschafe angegriffen. 34 Tiere wurde getötet, 11 weitere verletzt. Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilt, waren die Schafe nach Grundschutzvorgaben eingezäunt und durch Herdenschutzhunde begleitet. Einige Schafe konnten flüchten, in dem sie den Zaun nieder drückten und sieben Kilometer entlang des Flusses Rögnitz flüchteten.

Ausgewiesenes Wolfsgebiet in NRW

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hat Teile des Bundeslandes als Wolfsgebiet ausgewiesen. Das Gebiet, in dem sich eine Wölfin seit fast sechs Monaten aufhält, umfasst mit 958 Quadratkilometern Teile der Kreise Kleve, Wesel, Borken und Recklinghausen sowie der Städte Bottrop und Oberhausen. „Sie ist gekommen, um zu bleiben“, zitiert der WDR die Ministerin. Einen bitteren Beigeschmack bekommt die NRW-Arbeit für den Artenschutz durch die Bestätigung, dass die im September in Ostwestfalen tot aufgefundenen Schafe einem Wolf zum Opfer gefallen sind. Demnach kam es zu zwei voneinander unabhängigen Rissen. Die Ergebnisse der Spurenuntersuchung veröffentlichte Anfang der Woche das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.

BUND nachwievor gegen Abschüsse

Der Ruf nach Abschussfreigaben für Wölfe wird lauter. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht nachwievor keinen Anlass dazu. Er versteht zwar die Sorgen der Weidetierhalter, fordert aber von der Politik die Stärkung der Betriebe mit Tierhaltung. “Vorbeugender Schutz von Herden etwa durch Schutzzäune muss kostendeckend gefördert werden”, so BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Schäden aufgrund verletzter oder getöteter Weidetiere durch große Beutegreifer müssten ausreichend und zeitnah ausgeglichen werden, fordert der Naturschützer. “Die Koexistenz von Wolf und Weidewirtschaft ist machbar, wenn der politische Rahmen stimmt”, ist sich Weiger sicher.

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