Wölfe: Auf Weidetierhalter kommen immense Kosten zu

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat die künftigen Kosten für die Betriebe mit Weidetierhaltung berechnet.

In Deutschland leben inzwischen 60 Wolfsrudel, das sind 13 mehr als noch 2016. Die “Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf” mit Sitz in Görlitz geht von 150 bis 160 Tieren bundesweit aus. Die meisten leben in Brandenburg und Sachsen. In Bayern sind in den vergangenen Jahren nur vereinzelt Wölfe nachgewiesen worden. Vergangenes Jahr gab es im Bayerischen Wald den ersten wilden Wolfsnachwuchs seit über hundert Jahren. Der Freistaat reagiert daher prompt.

Dreistelliger Millionenbetrag und laufende Kosten

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat jetzt berechnet, wieviel Weidetierhalter alleine in Bayern in einen effektiven Zaunschutz investieren müssten. Sie veranschlagen zwischen 241 und 431 Millionen Euro! Auch die Folgekosten sind beträchtlich. Die Landesanstalt geht dabei von 28 bis 35 Millionen Euro aus. Grundlage für die Berechnung sind 352.000 Hektar Weideland mit einem Umfang von rund 122.000 Kilometern. Besondere Problembereiche sind Almgebiete. Dort wären zwei Drittel der etwa 57.000 Kilometer zäunbar, allerdings mit sehr hohem Aufwand. Dazu kommen wolfssichere Pferche für 226 Herdenschäfer. Die Haltung von Herdenschutzhunden ist dabei nicht einmal berücksichtigt.

Keine wirtschaftlichen Spielräume

Zusätzlich muss ein erhöhter Kosten- und Arbeitsaufwand für das Ausmähen der wolfssicheren Elektrozäune berücksichtigt werden. Ebenso steigt der laufende Aufwand für das Pferchen in der Schafhaltung und für den Auf- und Abbau der Zäune auf Almen. Extensive Weidewirtschaft erlaube ökonomisch jedoch in der Regel keine Spielräume für zusätzliche Investitionen, warnt die LfL. Wölfe sind laut Bundesnaturschutzgesetz in ganz Deutschland streng geschützt.

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