Wölfe: Alle an einem Tisch

Für kommendes Jahr ist ein Kompetenzzentrum “Weidetierhaltung und Wolf” geplant. Ein Bündnis hat ein Konzeptpapier zum Thema Wölfe veröffentlicht.

Wölfe breiten sich in Deutschland stetig aus. Kommendes Jahr soll bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein nationales Kompetenzzentrum “Weidetierhaltung und Wolf” eingerichtet werden. Ein bundesweites Bündnis mit elf Verbänden aus Nutztierhaltung, Jagd sowie Natur- und Tierschutz begrüßt das Vorhaben. Es sei dringend notwendig, die vielfältigen Erfahrungen mit Herdenschutz in den unterschiedlichen Wolfsregionen Deutschlands auf Bundesebene institutionell zusammenzuführen, heißt es aus dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), der ebenfalls Teil des Bündnisses ist.

Gemeinsam Wolfsrisse verhindern

Nach Auffassung des Bündnisses kann fachlich korrekt ausgeführter Herdenschutz Wolfsrisse weitgehend verhindern. Herdenschutz sei jedoch komplex: Da keine Region und keine Weide gleich sei, orientiere sich seine Ausgestaltung immer an den Gegebenheiten vor Ort. Der Erfahrungsaustausch sei in der Praxis dabei unverzichtbar. „Wenn jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, werden Synergien verspielt. Das kostet Zeit, Geld und am Ende leider auch das Leben von Weidetieren“, so Günther Czerkus, Präsident des Bundesverbandes Berufsschäfer.

Kritik an Datenerhebung zum Vorkommen der Wölfe

Für die konkrete Ausgestaltung des Zentrums hat das Bündnis ein Konzeptpapier entwickelt. Darin nennt es Eckpfeiler wie Forschung, den offenen Austausch, die Einbeziehung der betroffenen Gruppen sowie Schulungen und Qualifikation für Berater. In der Datenerhebung zu Wolfsvorkommen des Kompetenzzentrums sieht das Bündnis allerdings eine Doppelung. Diese Aufgabe werde bereits von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) zuverlässig erfüllt. Eine Doppelzuständigkeit verursache unnötige Kosten und könne zu Verwirrung führen, so das Bündnis. Für das Kompetenzzentrum stehen 2021 300.000 Euro zur Verfügung.

Das Konzeptpapier kann auf der Internetseite des NABU geladen werden.

Christel Sagniez/pixabay.com (Symbolbild)

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