“Wir machen euch satt!” wirbt für Blühstreifen

In einer bundesweiten Aktion machen Landwirte auf ihr Umweltbewusstsein aufmerksam.

Der konventionellen Landwirtschaft wird nachgesagt, dass sie Monokulturen und Höchstleistungen “ohne Rücksichte auf Verluste” forciert und etwa den Schutz der Insekten durch das Anlegen von Blühstreifen ignoriert. Vor allem im Verständnis der Verbraucher ist der Graben zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft groß. Um zu demonstrieren, dass Naturschutz auch für konventionelle Landwirte eine große Rolle spielt, rief das Aktionsbündnis “Wir machen euch satt!” bereits zum vierten Mal zur Aktion “Deutschland blüht auf!”.

Unter dem Motto “Dialog statt Protest” vermitteln die Landwirte nicht nur den Verbrauchern mehr Verständnis für moderne Landwirtschaft. Auch Landwirte sollen dazu bewogen werden, ökologische Vorrangflächen anzulegen. Das Verständnis soll unabhängig davon durch Maßnahmen, wie etwa dem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) gestärkt werden. Pünktlich zum Start der Internationalen Grünen Woche in Berlin fanden vergangenen Samstag bundesweit Aktionen statt. Um zu unterstreichen, dass für den gesamten Pflanzenbau die Honigbiene existenziell ist, wird die Aktion auch von Imkern unterstützt.

Im Dialog mit Journalisten

Medien bedienen häufig eher die Haltung von Umweltschützern und Verbrauchern gegenüber der konventionellen Landwirtschaft und strahlen sogar Videos von Tierrechtlern aus. Dass ein Dialog auf Augenhöhe möglich ist, zeigt das WDR-Projekt “Superkühe”.
Dem Aktionsbündnis “Wir machen euch satt!” war das eine Auszeichnung wert. Der Agrardialogpreis wurde vergangene Woche an die Macher des journalistischen Multimedia-Projektes verliehen.

Das Langzeitprojekt “Superkühe” vermittelt Verbrauchern einen Blick auf die Milcherzeugung aus einer komplett anderen Perspektive – nämlich aus der der Kühe. Kritische Themen wie die Kälbertrennung wurden bei dem Projekt nicht ausgegrenzt.
Mit Hilfe von Sensoren kamen 30 Tage lang drei Kühe aus unterschiedlichen Betrieben selbst “zu Wort”. Kühe aus unterschiedlichen Haltungsarten waren daran beteiligt. Eine Kuh aus ökologischen Landwirtschaft, eine aus einem Großbetrieb und eine aus einem Familienunternehmen. Die Sensoren werteten Daten wie

  • Körper- und Stalltemperatur,
  • pH-Wert, Milchleistung,
  • Trinkverhalten und
  • Bewegungsmuster aus.

Durch einen Text-Algorithmus wurden aus den Daten Nachrichten generiert. Auf Basis dieser Nachrichten wurde es Usern des Facebook-Messengers möglich mit der Kuh zu chatten. Der WDR begleitete das Vorhaben auch mit der Kamera und strahlte im November Beiträge aus.

„Es ist wichtig, ein positives Zeichen zu setzen und den Dialog trotz aller Widersprüche und Kritik an der Landwirtschaft zu intensivieren und weiterzuführen.”, so Landwirt Bernhard Barkmann. Wie dies gelingen kann, habe das Projekt  „Die Superkühe“ bewiese

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