Windkraftanlagen schädigen offenbar Wälder

Die Deutsche Wildtier Stiftung sieht durch die stetig wachsende Anzahl von Windrädern die Waldökologie und somit das von der Bundesregierung angestrebte Ziel, bis 2020 den Rückgang der Artenvielfalt (Biodiversität) zu stoppen, gefährdet. Eine Studie soll die Theorie jetzt belegen.

Laut dem Autor der Studie, Dr. Klaus Reinarz, erhöhe der Mangel an geeigneten Flächen für Windkraftanlagen den Druck auf empfindliche Ökosysteme wie den Wald. In Deutschland fielen Jahr für Jahr bis zu 240.000 Fledermäuse Windkraftanlagen zum Opfer. Sie können zwar den Rotoren auch im Dunkeln ausweichen, aber im Unterdruck auf der Rückseite der Anlagen platzen ihre Lungen. „Die meisten heimischen Fledermausarten stehen auf der Roten Liste“, weiß Richarz. Besonders sensibel reagierten auch Vogelarten, wie der extrem seltene Schreiadler, der Rotmilan und der Schwarzstorch. Der Bilologe bringt auch ein konkretes Beispiel. Der Brutbestand des seltenen Schwarzstorchs am hessischen Vogelsberg habe sich nach dem Bau von 125 Windkraftanlagen in einem Zeitraum von nur sechs Jahren halbiert. Schwarzstörche seien sehr störempfindlich. Viele Greifvögel hingegen würden durch Kollisionen mit den Rotorblättern sterben, zeigt sich die Wildtier Stiftung besorgt.

„Wildtiere dürfen nicht die Verlierer der Energiewende sein. Die Energiewende braucht eine Wende zugunsten der Natur“, so Prof. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Stiftung. „Buchenwälder müssen zur Tabuzone erklärt werden“, sagt Richarz. „Sie sind Hotspots der Biodiversität, für die Deutschland globale Verantwortung trägt.“

Auch Enoch Freiherr von und zu Guttenberg, Gründungsmitglied des BUND und Waldbesitzer in Bayern, begrüßt die Initiative der Deutschen Wildtier Stiftung. Baron zu Guttenberg sieht in Windenergieanlagen „Industrieanlagen in deutschen Wäldern“ und fürchtet katastrophale Auswirkungen für das Ökosystem Wald.

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