West-Nil-Virus: Ist die Erkrankung für Nutztiere gefährlich?

Zwei eng verwandte Vogelviren breiten sich in Deutschland aus. Doch können sich Nutztiere infizieren und ist eine Erkrankung gefährlich?

In Deutschland breiten sich zwei Viruserkrankungen, die miteinander verwandt sind, aus: Der West-Nil-Virus (WNV) und der Usutu-Virus. Die Viren haben in Afrika ihren Ursprung und werden von Stechmücken übertragen. Als Wirtstiere dienen den Viren hauptsächlich Amseln. Infizierte Vögel zeigen häufig Symptome wie Teilnahmslosigkeit und Störungen des zentralen Nervensystems wie Taumeln oder Kopfverdrehen. Für eine Infektion mit dem WNV sind verschiedene Vogelarten, darunter Eulenarten sowie einige Greifvögel, hochempfänglich. Die Vögel entwickeln auch massive klinische Erkrankungen, die bis zum Tod führen können.

Sind die Viren für Nutztiere gefährlich?

Nutzgeflügel ist für die Viren weniger empfänglich. Bislang ist nur ein erkrankter Gänsebestand in den Neunzigerjahren in Israel bekannt. Pferde sind allerdings gefährdet, wie mehrere Fälle in den vergangenen Jahren zeigen. Letztes Jahr ist ein Pferd in Brandenburg verendet. Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) entwickeln vom WNV infizierte Pferde meistens keine klinischen Symptome. Bei 22 bis 44 Prozent der klinisch erkrankten Pferde endet die Infektion tödlich. 20 Prozent können an lebenslangen Ausfallerscheinungen leiden. Pferde sind sogenannte Fehlwirte. Das heißt, dass infizierte Tiere den Virus nicht weitergeben. Während es für Vögel noch keine Impfstoffe gibt, können Pferde geimpft werden. Für den Menschen gelten die Viren übrigens als ungefährlich. Es sind einige wenige Fälle von grippeähnlichen Symptomen bekannt. Auch der Mensch ist ein Fehlwirt.

Schleswig-Holstein richtet Monitoring ein

Aus Schleswig-Holstein sind verstärkt verendete Vögel bekannt. Deshalb richtet das Land ein Monitoring ein. Bürgerinnen und Bürger können frisch verendete Amseln sowie Eulen und Greifvögel beim zuständigen Veterinäramt abgeben. Von dort werden die Tiere zur Untersuchung an das Landeslabor Schleswig-Holstein überstellt. Die Tiere sollten hierzu eingepackt werden, zum Beispiel in einen Gefrierbeutel, Fundort und -datum sollen auf der Verpackung notiert sein. Es wird empfohlen die toten Vögel aus allgemeinen Vorsichtsnahmen nicht mit den bloßen Händen anzufassen und die Hände nach dem Einsammeln zu waschen.

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