Weniger Werbung mit Schweinefleisch

 

Der Rückgang bei Schweinefleisch ist zwar saisonbedingt zu erklären, die Konsumenten greifen allerdings auch bei längerfristiger Betrachtung mehr zu Geflügel und Rind.

In den vergangenen Monaten wurden im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weniger Werbeaktionen für Schweinefleisch durchgeführt als zuvor. Das meldet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) unter Berufung auf die Agrarmarkt Informations Gesellschaft (AMI). Dabei zeichnet sich eine rückläufige Nachfrage nach Schweinefleisch ab.

Entwicklung ist saisonbedingt

In der zweiten Jahreshälfte 2017 ist der Anteil von Fleisch vom Schwein in der Fleischwerbung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von über 43 auf 41 Prozent gesunken. Werbung für Hähnchen- und Putenfleisch hingegen ist etwa in einem ähnlichen Ausmaß gestiegen. Die Bewerbung von Rindfleisch ist ebenfalls zurückgegangen, allerdings nicht so stark wie Schweinefleisch, nämlich um 0,7 Prozent.

Die Entwicklung ist nach Einschätzung der AMI einerseits eine Reaktion des Lebensmitteleinzelhandels auf die Bedürfnisse der Kunden, andererseits wird die Entwicklung durch gezielte Werbung beschleunigt. Der Handel bedient damit das Bedürfnis der Verbraucher nach mehr Gesundheit. Dass in der zweiten Jahreshälfte der Handel aber allgemein weniger Werbeaktionen mit Schweinefleisch und mehr mit Rind oder etwa Hühnerfleisch macht, sieht die AMI im Jahresablauf: Nach den Weihnachtsfeiertagen stünden beispielsweise kostengünstiges Hackfleisch oder Bratenteile vom Schwein im Fokus. Weniger beworben würden hochpreisiges Rindfleisch und Edelteile. Das dürfte auch Geflügel betreffen. Auch in den nächsten Wochen, so lautet die Erwartung, seien Hack- und Suppenfleisch eher gefragt als Edelteile und Kurzbratartikel.

Nachfrage rückläufig

Was bleibt ist aber noch die allgemeine Entwicklung. Die Verbraucher greifen eher zu Geflügel und Rind als zu Schwein. Von Januar bis Oktober 2017 kauften die Verbraucher um etwa 7 Prozent weniger Schweinefleisch. Gründe sind die negative Berichterstattung über Schweinefleisch und die sich verändernde Altersstruktur. Auch die verstärkte Außer-Haus-Verpflegung gilt als Grund. Durch den besseren Ruf von Rindfleisch wird dieses verstärkt in Kantinen angeboten. Der Handel ist auf die Nachfrage nach gesunder Ernährung eingestiegen und beschleunigt die Entwicklung durch veränderte Fokussierung der Werbemaßnahmen.

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