Die Macht der Bilder: Verbraucher bewerten Tierwohl optisch

Eine Studie zeigt, dass sich Verbraucher bei der Bewertung von Tierwohl von Fotos beeindrucken lassen.

Dass Fotos eine Rolle spielen, wenn es darum geht, wie Verbraucher Tierwohl beurteilen, haben Forscher nun in einer Studie untermauert. Ein Wissenschaftlerteam der Universitäten Bozen und Göttingen hat untersucht, wie Menschen Fotos von einem Schwein in unterschiedlichen Ställen wahrnehmen und bewerten.

Für die Verbraucher zeugt Stroh für Tierwohl

tierwohlRund 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher aus Deutschland wurden Fotos eines glücklich oder eines traurig aussehenden Schweins gezeigt. Diese stehen jeweils in einem Stall mit Stroheinstreu und Spaltenboden. Das Ergebnis: Für die Verbraucher ist das Schwein, das auf Stroh steht, glücklicher.

„Die Haltung von Schweinen in heute üblichen Ställen, in denen die Tiere auf einem Betonboden mit Spalten zum Abfließen der Gülle leben, wird als sehr problematisch wahrgenommen“, erklärt der Göttinger Wissenschaftler Prof. Dr. Achim Spiller. Der Strohstall werde im Vergleich als deutlich natürlicher und tiergerechter bewertet. “Daran ändert auch der traurige oder fröhliche Ausdruck des im Stall stehenden Schweins nichts“, so Spiller.

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Ein Schwein auf Stroh wirkt auf die Verbraucher glücklicher.
Fotos: Landpixel/Swen Pförtner

Erkenntnisse unterstützen Öffentlichkeitsarbeit

Die Ergebnisse helfen laut der Wissenschaftler zu verstehen, wie die Öffentlichkeit Systeme für die Tierhaltung bewertet. Ein von den meisten Menschen negativ bewertetes Haltungssystem wie der Spaltenboden wird demnach selbst dann nicht besser wahrgenommen, wenn glücklich aussehende Tiere abgebildet sind. Ein positiv wahrgenommener Stall, wie ein Stall mit Stroheinstreu, wird entsprechend selbst dann nicht schlechter bewertet, wenn das Tier darin traurig aussieht.

Die Studie wurde von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BEL) gefördert.

Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift “PLoS ONE” erschienen.

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