Verbände fordern nachhaltige Agrarpolitik

Umweltverbände und Unternehmen fordern von EU-Agrarkommissar Hogan eine massive Änderung der EU-Agrarpolitik.

Europaweit rufen Verbände, Unternehmen und Institutionen EU-Agrarkommissar Phil Hogan dazu auf, einen mutigen Vorschlag für eine andere Landwirtschaftspolitik vorzulegen. Zur Halbzeit der laufenden Bürgerbefragung des Kommissars zur EU-Agrarpolitik veröffentlichte das Verbändebündnis „LivingLand“ die bereits teilnehmenden Organisationen.

Unter den bisher fast 200 Unterstützern finden sich neben Umweltverbänden, wie dem Naturschutzbund NABU, auch Unternehmen wie Alnatura, der Kosmos Verlag und Veolia Deutschland. Aber auch eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Organisationen aus den Bereichen Ernährung, Kosmetik, Wissenschaft, Medien und Tourismus sind mit an Bord.

Die Unterstützer fordern gemeinsam eine „zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik in Europa“. „Diese muss gesund und fair für alle sein, mit kurz- und langfristigem Nutzen für alle Menschen, einschließlich der Landwirte, und für die Natur“, heißt es aus dem NABU. Agrarpolitik gehe alle an. Nicht nur für Verbraucher, Steuerzahler, Bauern und den Lebensmittelhandel stehe viel auf dem Spiel, wenn die Landwirtschaftsförderung nach 2020 verhandelt wird. Auch unser europäisches Naturerbe und das Klima seien betroffen. Das Thema sei zu wichtig, um es alleine Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und anderen Agrarpolitikern zu überlassen, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

„Agrarpolitik auf Kosten der Allgemeinheit“

Angeprangert wird, dass die derzeitige Agrarpolitik immer mehr Betriebe in eine immer intensivere Produktion zwinge. Diese gehe auf Kosten der Allgemeinheit und künftiger Generationen. Zudem hänge die wirtschaftliche Zukunft vieler Unternehmen von sauberem Wasser, unbelasteten Böden und attraktiven, vielfältigen Erholungslandschaften ab. So werde es beispielsweise für Wasserwerke immer teurer, das durch Überdüngung eingetragene Nitrat aus dem Grundwasser zu entfernen, heißt es weiter.

Tschimpke kritisiert das aus seiner Sicht völlig fehlgeleitete Fördersystem: „Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit hier doppelt zur Kasse gebeten wird: Erst für die pauschalen Subventionen und dann für die Reparatur der dadurch verursachten Umweltschäden. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die von vornherein diejenigen fördert, die sorgsam mit Wasser, Boden und Artenvielfalt umgehen und aktiv etwas für die Gesellschaft leisten.“

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