Unterrichtsmaterial: Schulbücher bei Landwirtschaft nicht aktuell

Schulbücher und Unterrichtsmaterial sind bei landwirtschaftlichen Themen oft Jahre hinter dem aktuellen Stand. Verlage sind offen, doch der Informationsaustausch muss besser kanalisiert werden.

Der langsame Aktualisierungszyklus von Schulbüchern und Unterrichtsmaterial ist einer der Gründe für ein nicht realitätsgetreues Bild der Landwirtschaft. Das kritisiert nicht nur der Verein information.medien.agrar (i.m.a), sondern auch die Jugendlichen selbst, wie i.m.a.-Geschäftsführer Patrick Simon gegenüber Agra Europe erklärte.

“Studien belegen klar den Wunsch der 14- bis 29-Jährigen, besser über die moderne Agrarproduktion informiert zu werden”, weiß Simon. Um Abhilfe zu schaffen, stellt der Verein aktuelle Lehrmaterialien bereit und steht dabei aufgrund der wenigen Alternativangebote zunehmend unter Nachfragedruck von Lehrern und Landwirten.

Dialog über aktuelles Unterrichtsmaterial ist zäh

Die Rückständigkeit der Schulbücher hat Auswirkung auf das Bildungsniveau, liegt aber offenbar nicht am Willen der Verlage. Diese sind für schnellere Aktualisierungen offen. “Die Offenheit der Verlage ist stets sehr groß, wenn man den Kontakt zu den verantwortlichen Stellen gefunden hat”, sagte Simon auf dem vom  i.m.a mitorganisierten Lehrerkongress in Rendsburg. Der Verein setzt sich aktiv mit den Verlagen auseinander, um einer fehlerhaften oder verzerrenden Darstellung entgegenzuwirken. “Wir sind die Anlaufstelle für den kompletten Berufsstand. Es ist natürlich ein sehr zäher Dialog und schwer, erstmal in die entscheidenden Positionen vorzudringen”, so der Geschäftsführer.

Bei älteren Schülern ansetzen

Die Bildung der Kinder in landwirtschaftlichen Themen kann nach Einschätzung Simons gar nicht früh genug beginnen. Dabei sei festzustellen, dass kleinere Kinder oft im Rahmen von Ausflügen Betriebe zu sehen bekämen. Ein Mangel an Informationen und authentischen Erlebnissen sei dagegen in der Sekundarstufe II festzustellen, in dem die Jugendlichen dann eine kritische Haltung eingenommen hätten. Hier bestehe noch Nachbesserungsbedarf im Lehrplan. Es gibt auch bereits digitale Ansätze der Wissensvermittlung, wie den virtuellen Schweinestall. Doch alle Bausteine müssten innerhalb des Bildungssystems besser kanalisiert werden.

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