Umweltschutz: Aber wie ernährt man die Weltbevölkerung?

Mit Rückschritten kann man die wachsende Bevölkerung nicht ernähren.

Dass Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ein wichtiges Thema ist, sind sich Landwirte und Umweltschützer einig. Doch eines wird von den Betreibern der Nachhaltigkeitsziele auf Bundes-, EU- und UN-Ebene vergessen: Die zu ernährende Bevölkerung steigt kontinuierlich. Lebten 1900 etwa 1,6 Milliarden Menschen auf unserem Planeten, sind es derzeit ungefähr 7,5 Milliarden. Alleine seit 2005 kamen über eine Milliarde Erdenbewohner dazu. Laut einer Prognose der Vereinten Nationen (UN) wird die Welt im Jahr 2050 von 9,7 Milliarden Menschen bevölkert sein.

Viele Punkte im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategien würden aber einen Rückschritt für die moderne Agrarwirtschaft bedeuten. Denn um die Weltbevölkerung ernähren zu können, sind effiziente Produktionsmethoden notwendig. Diese offenbar verdrängten Kriterien kritisierte nun auch der Deutsche Bauernverband (DBV).

Ressourceneinsatz muss im Vordergrund stehen

„Eine wirklich nachhaltige Nachhaltigkeitsstrategie für die deutsche Landwirtschaft darf sich nicht nur auf ökologische Kriterien beziehen und die soziale und ökonomische Seite ausblenden.“, erklärte der DBV-Umweltbeauftragte, Eberhard Hartelt, zur vergangene Woche vom Bundeskabinett verabschiedeten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2016. Ein detailverliebtes Aneinanderreihen von Umwelt- und Nährstoffindikatoren sei im Sinne der Nachhaltigkeit zu kurz gegriffen und vernachlässige den gesamtheitlichen Ansatz der nachhaltigen Entwicklungsziele der UN, so Hartelt. Bei wachsender Weltbevölkerung müsse die Effizienz des Ressourceneinsatzes im Vordergrund stehen und damit „Höhere Erträge mit weniger“ erzeugt werden.

Globale Weitsicht statt deutsche Details

„Es wäre besser gewesen, wenn sich die Strategie auf die wesentlichen Punkte und global relevanten Themen konzentriert hätte, anstatt sich in allen Einzelheiten der Gewässerqualität zu verlieren und immer neue Indikatoren zu Nährstoffüberschüssen in Ökosystemen, Flüssen, Meeren und Grundwasser hinzuzufügen“, gibt Hartelt zu bedenken. Zur Nachhaltigkeitsstrategie gehöre nach Ansicht des DBV auch der Beitrag der deutschen Landwirtschaft zur nachhaltigen Ernährungssicherung und zum Klima- und Ressourcenschutz durch effiziente Produktion. Der Bauernverband hatte dies bereits vorgeschlagen, doch diese Vorschläge des Berufsstandes zur Entwicklung landwirtschaftlicher Produktivität, Effizienz und Einkommen seien nicht aufgegriffen worden, kritisiert der Umweltbeauftragte. Die Nachhaltigkeitsindikatoren der UN seien weitsichtiger.

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