Umweltministerin Hendricks: „Beim Klimaschutz hat sich in der Landwirtschaft nichts geändert“

Umwelt- und Landwirtschaftsministerium steuern auf einen Streit über den Klimaschutz zu. Sachverständigenrat attackiert Landwirtschaft.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks machte erneut die Landwirtschaft zu einem der Haupt-Klimasünder. Laut der Nachrichtenagentur Reuters forderte die Politikerin vergangene Woche eine „grundsätzliche Umstellung in der Landwirtschaft“.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) konterte prompt: Die Landwirtschaft habe eine Sonderrolle beim Klimaschutz. Bauern würden durch die Bindung von Kohlendioxid aktiv zum Klimaschutz beitragen. Zudem gebe es keine Branche, die den Klimawandel so stark spüre wie die Landwirtschaft.

Doch Hendricks bleibt eisern auf ihrem Antiagrarkurs. „Wir haben zwei Sektoren, nämlich den Verkehrs- und den Landwirtschaftsbereich, die seit Beginn der 90er Jahre nicht besser geworden sind, was den CO2-Ausstoß angeht“, so die Bundesministerin. Sie vergisst dabei allerdings, dass seit 1990 die Treibhausgasemissionen um 15 Prozent gesenkt wurden. „Klimaschutz und Landwirtschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“, fordert Schmidt.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) attackiert in seinem aktuellen Umweltgutachten besonders die Landwirtschaft. Ein Negativbeispiel sei die Agrarpolitik, wo Deutschland eher auf eine Abschwächung der ökologischen Reformbemühungen der Europäischen Kommission hin gewirkt habe und auch national die Spielräume für eine ambitionierte Umsetzung ungenutzt ließe, heißt es im Gutachten. Unter anderem wird eine Sonderabgabe auf Pflanzenschutzmittel empfohlen.

Die einzelnen Kapitel des Gutachten können auf der Internetseite des SRU als PDF-Dateien geladen werden.

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