Überdüngung: Forscher sehen ein globales Problem

Ein internationales Forscherteam hat die globale Ungleichheit zwischen Stickstoffeinsatz und Ernteerträgen als Ursache für Überdüngung betrachtet.

Forscher vertreten in einer Studie die These, dass in vielen Ländern weniger Stickstoffdünger eingesetzt werden könnte, ohne dass Erträge wegbrechen. Ein internationales Forscherteam unter der Federführung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sieht für die Eindämmung der Überdüngung einzelne Länder in der Pflicht. Sie müssten laut der Wissenschaftler eine nationale und internationale Politik betreiben, die das globale Ernährungssystem auf höhere Erträge und eine viel geringere Umweltbelastung ausrichtet. Sie betrachteten dazu den globalen Zusammenhang zwischen Stickstoffverschmutzung und Ernteerträgen.

Forscher betrachten globale Ursachen für Überdüngung

Die Studie zeigt, dass viele Länder die sogenannte Ertragslücke nur geringfügig verkleinern, selbst wenn sie sehr viel mehr Stickstoff einsetzen. Die Ertragslücke ist die Differenz zwischen möglichem und dem tatsächlich erzielten Ertrag. Die Wissenschaftler berechneten: Wenn einzelne Länder versuchen, die Ertragslücke um 1 Prozent zu schließen, ist dies insgesamt mit einem globalen Anstieg der Stickstoffbelastung um 35 Prozent verbunden. Einige Länder setzen extrem hohe Düngemengen ein, aber holen nur sehr wenig mehr Ertrag heraus. Die Wissenschaftler kommen deshalb zum Schluss, dass viele Länder die Verwendung dieses Nährstoffs eindämmen könnten, ohne dass die Erträge wegbrechen.

Unterschiede von mehreren Faktoren abhängig

Im Rahmen ihrer Studie identifizierten die Forscher auch die Faktoren, welche den gesamten Stickstoffeinsatz und die Stickstoffverschmutzung im Verhältnis zu den Erträgen erklären. Wichtige Faktoren seien unter anderem die Qualität von Institutionen, wirtschaftliche Entwicklung und die Größe der Bevölkerung. Aber auch der Anteil der Landwirtschaft an der Gesamtwirtschaft spiele eine Rolle, so die Wissenschaftler. Die Subventionen für Stickstoffdünger in einigen Ländern haben sie ebenfalls berücksichtigt.

Bestimmte Produktionsverfahren fördern

Einen weiteren Ansatz sehen Wissenschaftler in den Landwirtschaftsbetrieben selbst. Die Politik und die Industrie könnten Landwirten Anreize bieten, die Produktion umweltfreundlicher zu gestalten. Sie könnten beispielsweise bestimmte Produktionsverfahren fördern, die zu einer höheren Effizienz des Stickstoffeinsatzes führen. Nicht zuletzt könnten Landwirte, die weniger Stickstoff verwenden und dafür mit weniger Ertrag rechnen müssen, vom Staat finanzielle Kompensationen erhalten.

Foto: Franz W./pixabay.com (Symbolbild)

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