Überdüngung: Aktionsbündnis nimmt sich den Problemen an

In Norddeutschland hat sich ein breites Aktionsbündnis aus Landwirtschaft, Politik und Verwaltung gegründet, um die Nährstoffproblematik in der Region zu lösen.

Niedersachsen hat nach wie vor mit Überdüngung zu kämpfen. Zum Beispiel Phosphor kann dadurch in Lebensmittel geraten. Auch das Trinkwasser ist einer Belastung ausgesetzt. Um dem Problem Herr zu werden hat sich im Oldenburger Münsterland ein Aktionsbündnis gegründet, das gezielt Maßnahmen umsetzen will. Beteiligt sind unter anderem die Landwirtschaftskammer Niedersachen, die Kreislandvolkverbände Vechta und Cloppenburg und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Auf Einladung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland (AEF) wurden die Maßnahmen vorgestellt.

Erwartungen an Landesregierung

In dem gemeinsam erstellten Katalog haben die Akteure konkrete Erwartungen an die niedersächsische Landesregierung festgehalten, um die Überdüngung in den Griff zu bekommen. Darunter finden sich zum Beispiel die Förderung von Schnellbestimmungsverfahren der Nährstoffgehalte in Wirtschaftsdüngern. Auch die baurechtliche Prüfung von Lagerraum in abgebenden und aufnehmenden Regionen, einschließlich des Baus von Gemeinschaftsbehältern soll erfolgen.

Landwirte wollen eventuell sogar Tierbestand abstocken

Auf der anderen Seite sichern die beteiligten Akteure ihrerseits eine aktive Mitarbeit an der Lösung der Nährstofffrage zu.

  • Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen will Machbarkeitsstudien zur Einführung von mobilen, semizentralen und zentralen Aufbereitungsverfahren in den Veredelungsregionen durchführen. Pilotanlagen sollen fachlich begleitet werden.
  • Die Landkreise Cloppenburg und Vechta haben unter anderem zugesagt die Wasserqualität der öffentlichen Brunnen und Hausbrunnen zu dokumentieren. Das Messnetz soll ausgeweitet und die jährlichen Berichte veröffentlicht werden.
  • Die Landwirte werden aus den Möglichkeiten einer Reduzierung des Nährstoffanfalls auswählen. Das hängt von der jeweiligen betrieblichen Situation ab. Möglich sind zum Beispiel der Einsatz von N- und P-reduziertem Futter, um Stickstoffdünger zu vermeiden. Nicht nur die Gründüngung wäre eine Möglichkeit. Die Betriebe denken sogar an eine Beteiligung an der Initiative Tierwohl, die mit einer Abstockung des Tierbestandes verbunden wäre. Auf den Mineraldüngereinsatz wollen die Landwirte verzichten, wo immer es möglich ist. Die Unterfußdüngung soll stattdessen mit Wirtschaftsdünger vorgenommen werden.

Praktiker-Netzwerk Wirtschaftsdünger

Sofern die Unterstützung von Seiten der niedersächsischen Landesregierung gegeben ist, wollen Beteiligten mit dem Projekt “Praktiker-Netzwerk Wirtschaftsdünger” starten: Von landwirtschaftlicher Seite ist vorgesehen, dass dabei die ISN gemeinsam mit etwa 30 Betrieben mitarbeitet. Im Rahmen des Projektes sollen in der Modellregion Oldenburger Münsterland verschiedene Wege zur Lösung der Nährstofffrage aufgezeigt werden. Unter anderem ist vorgesehen, Aufbereitungsverfahren für Wirtschaftsdünger umzusetzen, zu testen und zu bewerten.

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