Überbevölkerung: Nahrungssicherung durch Insekten in Futter

Die PHW Gruppe sucht nach Eiweiß-Alternativen zu Sojaschrot im Futter. Der Grund ist der Nachhaltigkeitsgedanke im Zusammenhang mit der Überbevölkerung.

Bei der Erzeugung von Geflügelfleisch wird unter anderem Soja beziehungsweise Sojaschrot aus Übersee verfüttert. Sojabohnen werden in Südamerika auf riesigen Plantagen angebaut. Tropischer Regenwald muss dafür weichen und Flächen für den Anbau von Lebensmitteln gehen verloren. Durch die wachsende Überbevölkerung werden diese aber benötigt, um gegen die Hungersnot anzugehen. Die PHW Gruppe, Mutterkonzern von Wiesenhof, sucht deshalb nach eiweißhaltigen Alternativen. Mit dem Unternehmen Enterra Feed Corporation habe man einen geeigneten Partner gefunden, teilt PHW mit. Die kanadische Firma beschäftigt sich mit Ersatz für Sojaschrot.

Schwarze Soldatenfliege als Proteinquelle

Die Enterra Feed Corporation produziert und vermarktet Futterzusätze, die aus den Larven der schwarzen Soldatenfliege gewonnen werden. Das ist eine nützliche Insektenart, die in der Natur in tropischen und gemäßigten Regionen zu finden ist. Die Larven werden unter kontrollierten Bedingungen auf lokal gewonnenen Nahrungsabfällen aufgezogen. Nach dem Trocknen der Larven werden aus ihnen dann die Futterzusätze produziert. Um das Verfahren in der Praxis umsetzen zu können, sind aber noch weitere Studien nötig.

Genehmigung der EU notwendig

Parallel zum Entwicklungsprozess läuft ein Genehmigungsverfahren. Enterra ist im EU Trade Control and Expert System (TRACES) registriert. Das ermöglicht es dem Unternehmen, seine Insektenfutterinhaltsstoffe in alle Mitgliedsländer der EU zu exportieren. Am 1. Juli 2017 trat eine neue EU-Verordnung in Kraft, die die Verwendung von entsprechenden Stoffen in Aquakulturfutter erlaubt. Die Zulassungen für Geflügel und Schweinefutter werden erwartet.

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