Tipps für den Umgang mit Erntehelfern

Die Spargelsaison ist vorbei, und ohne die zahlreichen Helfer aus Osteuropa wäre die Ernte nicht so erfolgreich erbracht worden. Auch bei Obstbauern, Winzern oder für die Erdbeeren- und Gurkenernte sind die Gastarbeiter eine unverzichtbare Hilfe in vielen Betrieben. Mit dem schlechten Kurs des englischen Pfunds hat für sie die Arbeit in Deutschland (und die Bezahlung in Euro) wieder an Attraktivität gewonnen. Doch was müssen Landwirte beachten?

Für die meisten Betriebe ist eins klar: Deutsche Erntehelfer zu suchen ist wenig erfolgversprechend. Rund 20 Prozent des Bedarfs muss man vom Arbeitsamt anfragen, doch die deutschen Bewerber überstehen meist das Vorstellungsgespräch nicht. Die schwere körperliche Arbeit und der überschaubare Lohn senken ihre Motivation schnell. Die Suche nach engagierten Gastarbeitern ist hingegen ziemlich einfach. Entweder man schreibt die Stellen über eine kleine Anzeige im Internet oder ein osteuropäisches Bauernblatt aus. Oder der Landwirt stützt sich auf Empfehlungen und die informellen Netzwerke unter den Helfern. Pro Jahr sind weit über 200.000 ausländische Arbeiter bei deutschen Landwirtschaftsbetrieben beschäftigt.
Dabei darf man als Arbeitgeber jedoch die Kosten nicht aus den Augen verlieren. Der Lohn für ausländische Arbeiter liegt zwar deutlich unter dem für deutsche und wird individuell verhandelt. Dabei ist es jedoch immer empfehlenswert, nach Leistung zu zahlen und nicht pro Stunde. Die meisten Betriebe stellen außerdem Kost und Logis – auch wenn es nur Baucontainer auf dem Hof oder umgebaute Ställe sind, die als Schlafgelegenheit dienen. Außerdem muss Sozial- und Krankenversicherung gezahlt werden.
Damit die Unterstützung auch tatsächlich die Erträge des Betriebes deutlich steigert, sollten einige Hinweise für die Zusammenarbeit mit den Helfern beachtet werden. Grundsätzlich ist es immer besser, wenn die Gastarbeiter für die nächste Ernte zurück kommen. Dann sind sie bereits eingearbeitet, kennen das Unternehmen und die Anforderungen. Die Zusammenarbeit funktioniert mit deutlich weniger Reibungsverlusten. Doch nur etwa die Hälfte aller Gastarbeiter kommt auch im Folgejahr wieder in den bekannten Betrieb zurück.
Das wichtigste, um die Helfer lange zu halten, ist ein ordentliches, kameradschaftliches Verhältnis mit ihnen zu pflegen. Wenn sie sich als Teil des Betriebes empfinden, die Bezahlung reibungslos funktioniert und der Kontakt mit den Deutschen offen ist, hat der Betrieb schon viel gewonnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.