Tierwohl: Erzeugerverband fordert 13 Cent mehr pro Kilo Fleisch

Nachdem der Lebensmitteleinzelhandel jetzt Produkte mit einer 4-stufigen Tierwohl-Kennzeichnung versieht, hat die VEZG den Erzeugerwert berechnet.

Seit April kennzeichnet der deutsche Lebensmittelhandel die Haltungsform von Fleischerzeugnissen einheitlich. Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Penny und Rewe wollen mit dem 4-stufigen Label dem Wunsch der Verbraucher nach Transparenz beim Tierwohl Rechnung tragen.“Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) begrüßt diese Initiative ausdrücklich”, sagte VEZG-Vorstand Matthias Frieß. Gleichzeitig weist er aber auch auf erhebliche Zusatzkosten für Erzeuger hin. Deshalb hat die VEZG von Betriebswirtschaftlern aus dem Agrarbereich die Kosten für Tierwohlmaßnahmen berechnen lassen.

Mehr Tierwohl führt zu höheren Kosten

Für die Haltungsform 2 des Lebensmitteleinzelhandels ergeben sich demnach Zusatzkosten in Höhe von 13 Cent je KG Schweineschlachtgewicht. Das von der Bundesregierung geplante staatliche Tierwohllabel hingegen würde zu Mehrkosten, die etwa um das Vierfache höher liegen, führen. Laut VEZG ist die Berechnung eine Orientierungshilfe für Erzeuger. Der Handel und die Verarbeiter können dem Verband zufolge so die Endverbraucherpreise kalkulieren. Die VEZG fordert, die verschiedenen Haltungsformen für Erzeuger preislich zu differenzieren.

Die Haltungsformen des Lebensmitteleinzelhandels

tierwohl

Grafik: obs/Kaufland/ITW

Stufe 1 „Stallhaltung“:
gesetzliche Anforderungen, Teilnahme am QS-System

Stufe 2 „Stallhaltung plus“:
höhere Tierwohlstandards, zum Beispiel mindestens 10 Prozent mehr Platz im Stall und zusätzliches Beschäftigungsmaterial

Stufe 3 „Außenklima“:
deutlich mehr Platz und Frischluft-Kontakt

Stufe 4 „Premium“:
noch mehr Platz und Auslaufmöglichkeiten, zum Beispiel Bio-Fleisch

 

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