Tierschutz und Co.: Schweizer lehnen “Fair Food” ab

Eine Schweizer Initiative wollte die staatliche Förderung von Lebensmitteln mit nachhaltigen Inhaltsstoffen und mit fairer Herstellungskette durchsetzen. Dazu zählt zum Beispiel auch Tierschutz.

Die Schweizer Fair-Food-Initiative wollte erreichen, dass die Produktion gesunder und nachhaltiger Lebensmittel staatlich manifestiert wird. Vergangenen Sonntag lehnte die eidgenössische Bevölkerung bei einer Volksbefragung das Vorhaben ab. Wie die “Neue Zürcher Zeitung” (NZZ) berichtet, hätten 64 Prozent gegen “Fair Food” gestimmt. Die Initiative wird von Bauernverbänden, den Grünen und den Sozialdemokraten unterstützt. Sie sieht die Förderung von “umweltschonendem, tierfreundlichem und fair hergestelltem Essen” als staatliche Pflicht – nicht unbedingt durch ökologische Landwirtschaft und Bio. Neben Tierschutz zählen auch etwa gute Arbeitsbedingungen zum Programm.

Zahl der Befürworter geschrumpft

Am Anfang sah es noch so aus, als würde die Initiative bei der Bevölkerung gut ankommen. Die Zustimmung sei allerdings mit der Zeit geschrumpft, schreibt die NZZ weiter. Die grüne Nationalrätin Maya Graf erkennt in dem Ergebnis eine “verpasste Chance”, wie sie gegenüber dem SRF sagte.

Ist mehr Tierschutz den Schweizern zu teuer?

Der Initiative geht es nicht nur um in der Schweiz hergestellte Lebensmittel, sondern explizit auch für importierte Waren. Langfristig hätten die Initiatoren erwartet, das die Inhaltsstoffe der eingeführten Lebensmittel sowie die Verarbeitung den Schweizer Standards entsprechen. Kritiker entgegnen, dass der Vorschlag teuer, kontraproduktiv und kaum umsetzbar sei. Als klar geworden sei, dass mit Annahme der Food-Initiative der Preis der Lebensmittel steigen dürfte, sei deren Schicksal besiegelt gewesen, analysiert die NZZ.

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