Tierrechtler: Puten sterben bei Stalleinbruch

Wieder einmal stürmten Aktivisten einen Putenstall mit Videokameras. Fünf Tiere des gut geführten Betriebes kamen ums Leben.

Nach dem Einbruch vermeintlicher Tierrechtler Ende September in einen Putenstall sind wieder einmal Tiere zu Tode gekommen. Nachdem die Aktivisten mitten in der Nacht in den gut geführten Betrieb im oberbayerischen Landkreis Mühldorf mit dem Vorhaben, Videoaufnahmen zu machen, eingedrungen waren, brach unter den 650 Tieren Panik aus. Einige gelangten ins Freie, vier kamen zu Tode. Ein Hahn mit gebrochenem Bein musste notgetötet werden. Die sofort gerufene Tierärztin stellte keinerlei Missstände von Seiten des Landwirtes fest.

Durch die Nässe und die niedrigen Temperaturen der Nacht waren die ins Freie gelangten Puten unterkühlt. Bei circa 40 Prozent der Tiere stellte die Tierärztin röchelnde Atemgeräusche fest. Die Puten haben sich wegen des Einbruchs eine handfeste Erkältung eingefangen.

Der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Hans Müller, bringt es auf den Punkt: „Getrieben von Sensationslust und möglichen Spendengeldern sorgen die Aktivisten nicht nur für massive Verunsicherung bei tierhaltenden Landwirten, sondern teils wird Tieren durch ihr verantwortungsloses Handeln auch Schaden zugefügt. Wenn die Politik diesem Treiben weiter tatenlos zuschaut und Medien den Aktivisten die Videos der Einbrüche sogar abkaufen, machen sie sich zu Handlangern dieser vermummten und durchs ganze Land ziehenden Kommandotruppen.“

Aktivisten Freigesprochen

Wenige Tage vor dem Einbruch hatte das Amtsgericht Haldensleben in Sachsen-Anhalt drei Aktivisten von „Animal Rights Watch“ vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen. Sie waren 2013 in einen Schweinestall eingebrochen. „Der Fall im Landkreis Mühldorf zeigt, dass hier völlig falsche Signale ausgesendet werden. Schließlich geht es keineswegs nur um Eigentumsrechte des Landwirts, sondern auch um den Schutz und die Gesundheit der Tiere“, so Müller.

Der bayerische Landwirt hat nun wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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